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Letzter DDR-Staatsratschef Manfred Gerlach stirbt mit 83 Jahren


Manfred Gerlach ist tot. Der letzte Vorsitzende des DDR-Staatsrats starb am Montag im Alter von 89 Jahren in Berlin.

Der letzte Vorsitzende des DDR-Staatsrats, Manfred Gerlach, ist tot. Der 83-Jährige starb am Montag in einem Berliner Krankenhaus nach langer schwerer Krankheit, wie seine Witwe am Dienstag sagte. Sie bestätigte damit einen Bericht des Berliner "Tagesspiegels".

Gerlach war von 1967 bis 1990 Chef der mit der SED gleichgeschalteten Blockpartei LDPD (Liberal-Demokratische Partei Deutschlands). Zu DDR-Zeiten hatte der studierte Jurist betont, die LDPD wirke ohne Wenn und Aber für den Sozialismus. Im September 1989 hatte gerlach als erster Spitzenpolitiker die führende Rolle der SED in der DDR in Frage gestellt und sich so als Reformpolitiker zu profilieren versucht.

Drei Monate später wurde Gerlach als Nachfolger des zurückgetretenen SED-Politikers Egon Krenz Vorsitzender des Staatsrats. Diesen Posten musste er bereits nach der ersten freien Wahl zur Volkskammer im März 1990 wieder räumen. Danach übernahm die neue Volkskammer-Präsidentin Sabine Bergmann-Pohl (CDU) die Aufgaben des Staatsoberhaupts bis zur deutschen Vereinigung am 3. Oktober 1990. Gerlachs Partei fusionierte im Sommer 1990 mit der FDP, deren Mitglied Gerlach zunächst wurde. In Folge scharfer innerparteilicher Kritik verließ er die FDP 1993 und kam damit einem Parteiausschluss zuvor.

jwi/DPA/AFP DPA

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