Markus Söder CSU soll künftig ohne FDP wahlkämpfen

Bei der Bundestagswahl vom September hat die CSU eines ihrer schlechtesten Ergebnisse ihrer Geschichte erzielt. Um in Zukunft besser abzuschneiden, will die Partei künftig ohne Koalitionsaussage in die Wahlkämpfe ziehen.

CSU-Generalsekretär Markus Söder hat einen Strategiewechsel seiner Partei angekündigt. Koalitionswahlkämpfe werde es in Zukunft nicht mehr geben, sagte Söder der Tageszeitung "Die Welt". Dass die CSU bei der Bundestagswahl im September unter 50 Prozent geblieben sei, habe auch an der Koalitionsaussage zu Gunsten der FDP gelegen.

"Mit einer solchen Aussage werden wir nicht mehr in eine Wahl gehen." Die Menschen hätten den Wahlkampf der CSU teilweise nur noch als schwarz-gelbes Gemeinschaftsprojekt gesehen und deswegen auch sehr stark Erst- und Zweitstimmen geteilt. "Künftig gibt es nur noch CSU pur", sagte Söder.

Die CSU wolle sich auch patriotischer präsentieren. Dazu müssten die Wurzeln der Partei und die bürgerlichen Werte stärker betont werden. "Bürgerliche Werte sind für uns das Bekenntnis zur Heimat und zum Patriotismus sowie zum christlich-abendländischen Menschenbild." Das unterscheide die CSU auch vom Koalitionspartner SPD.

Zur Zukunft von Parteichef und Ministerpräsident Edmund Stoiber, der mit seinem Rückzug aus Berlin innerparteilich für Verärgerung gesorgt hatte, sagte Söder: "Ich gehe davon aus, dass Edmund Stoiber 2008 wieder antritt." Stoiber selbst ließ im "Münchner Merkur" offen, ob er zur nächsten Landtagswahl wieder als Spitzenkandidat wieder zur Verfügung steht. "Darüber sprechen wir, wenn es an der Zeit ist." Zugleich äußerte er sich zufrieden über seine Entscheidung, in München zu bleiben. "Ich bin mit mir im Reinen."

Reuters Reuters

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