Maul- und Klauenseuche Bauernhöfe in Deutschland gesperrt


Nach Ausbruch der Maul- und Klauenseuche auf einer englischen Farm wurden auch in Deutschland mehrere Bauernhöfe vorsorglich gesperrt. Sie alle hatten in jüngster Zeit Tiere aus Großbritannien importiert.

Nach dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Großbritannien sind in Deutschland vorsorglich mehrere Bauernhöfe gesperrt worden. Die Behörden mahnten zu erhöhter Aufmerksamkeit. In Hessen sind drei Agrarbetriebe betroffen, in Rheinland-Pfalz einer. Dorthin waren in jüngster Zeit Schafe verkauft worden, die aus einem Betrieb in 150 Kilometer Entfernung von der südenglischen Ausbruchsstelle der Seuche stammten. Das gaben die zuständigen Umweltministerien am Wochenende bekannt. Sie sprachen von "reinen Vorsichtsmaßnahmen". Die Sperrung der Höfe bedeute lediglich, dass von dort keine Tiere weitertransportiert werden dürfen.

In Mecklenburg-Vorpommern wurde ein Hof vorübergehend gesperrt, dort stellten die Behörden ein aus Großbritannien eingeführtes Pferd unter Quarantäne. Außerdem seien die Kontrollen an allen Flug- und Seehäfen mit internationaler Anbindung verschärft worden, teilte Landesagrarminister Till Backhaus (SPD) mit. Er appellierte an Touristen und Geschäftsleute, keine Lebensmittel aus Großbritannien mitzubringen. "Die Gefahr der Seucheneinschleppung ist enorm groß."

Hunderte Tiere waren 2001 in Deutschland getötet worden

Bundesweit wurden die Vorsichtsmaßnahmen erhöht. Landwirte sind aufgerufen, Auffälligkeiten den Veterinärämtern zu melden. Die Tiere auf den gesperrten Höfen sollen beobachtet und untersucht werden. Schleswig-Holsteins Bauernverbandspräsident Otto-Dietrich Steensen forderte in der Zeitung "Schleswig-Holstein am Sonntag" schärfere Kontrollen an den Grenzen. Es sei zu befürchten, dass die Seuche den ohnehin schon unter Preisdruck stehenden Markt für Rindfleisch weiter belaste.

Für diesen Montag ist eine Telefonkonferenz mit Vertretern des Bundes und der Länder geplant. Dann sollten auch bereits die Ergebnisse der Untersuchungen vorliegen, sagte ein Sprecher des Bundesagrarministeriums in Berlin. Insgesamt wurden fünf Tiertransporte aus Großbritannien nach Deutschland in den vergangenen 30 Tagen ermittelt. Es handele sich um vier Schaf-Transporte mit mehreren Tieren und um ein Rind aus Schottland.

Für große Aufregung hatten Verdachtsfälle der Maul- und Klauenseuche (MKS) in Deutschland zuletzt 2001 gesorgt. Hunderte Tiere wurden getötet, mehrfach trat ein nationaler Krisenstab zusammen. Allerdings bestätigte sich keiner der Fälle. Auch damals war die Seuche zunächst in Großbritannien ausgebrochen. Die Impfung gegen MKS ist in Fachkreisen umstritten. Für Menschen ist der Erreger ungefährlich.


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