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Nach Verlosung der Presseplätze Anwältin der NSU-Opfer fürchtet erneute Prozess-Verschiebung


Nachdem im NSU-Prozess die Plätze für die Presse neu verteilt worden sind, haben mehrere Medien Klagen angekündigt. Eine Anwältin der Opfer rechnet nun damit, dass der Prozess erneut veschoben wird.

Angesichts der anhaltenden Kritik an der Medienzulassung beim NSU-Prozess befürchtet die Nebenklage-Anwältin Angelika Lex eine erneute Verschiebung des Verfahrens. "Ich finde es sehr bedauerlich, dass wir wieder Unsicherheit haben, ob das Verfahren tatsächlich am nächsten Montag beginnen kann", sagte Lex im Bayerischen Rundfunk. Hintergrund ist, dass einige Medien Klagen gegen die am Montag erfolgte Auslosung der Presseplätze erwägen.

Lex, die die Witwe des ermordeten Griechen Theodoros Boulgarides vertritt, sprach von einer "unglaublich belastenden Situation" für die Nebenkläger. Sie bedauerte vor allem, "dass der Streit um die Formalien die Diskussion bestimmt und nicht die Mordserie und das Leid der Angehörigen und der Opfer".

Der Prozess gegen die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe und vier weitere Angeklagte um die Mordserie des Nationalsozialistische Untergrunds (NSU) soll am Montag beginnen. Der ursprüngliche Prozessbeginn war wegen des Streits um die Platzvergabe an Journalisten verschoben worden. Am Montag waren die Plätze in einem Losverfahren erneut verteilt worden. Dabei gingen viele große deutsche Zeitungen leer aus, einige von ihnen erwägen nun eine juristische Klärung.

steh/AFP AFP

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