VG-Wort Pixel

Nahost-Konflikt Israel bestückt U-Boote aus Deutschland mit Atomraketen


Hilft Deutschland Israel beim Ausbau der Atomwaffenstreitkräfte? Einem Medienbericht zufolge stattet Israel hierzulande gebaute und größtenteils von Berlin finanzierte U-Boote mit Atomsprengköpfen aus – offenbar mit Wissen der deutschen Regierung.

Drei U-Boote hat Israel bereits erhalten, drei weitere sollen bis zum Jahr 2017 folgen. Solche wie die "Tekuma", ein 57 Meter langes und sieben Meter breites Schlachtschiff. Hergestellt wurde der Stolz der israelischen Marine in Deutschland. Dass Berlin U-Boote an Israel liefert, ist bekannt. Doch was diese technisch können, darüber wird geschwiegen.

Doch nun wird bekannt: Offenbar können die in Deutschland produzierten und zu großen Teilen von der Bundesregierung finanzierten schwimmenden Schlachtschiffe mit Atomwaffen ausgerüstet werden – und genau das macht die israelische Regierung einem Medienbericht zufolge auch. Die Schiffe würden mit nuklear bestückten Marschflugkörpern bestückt, die mittels eines bislang geheimen hydraulischen Ausstoßsystems abgeschossen werden könnten, berichtete der "Spiegel". "Die Deutschen können stolz darauf sein, die Existenz des Staates Israel für viele Jahre gesichert zu haben", sagte Israels Verteidigungsminister Ehud Barak dem Magazin.

Bundesregierung war informiert

Bislang behaupte die Bundesregierung, nichts von einer atomaren Bewaffnung der U-Boote zu wissen, heißt es in dem Bericht. Ehemalige hochrangige Beamte aus dem Bundesverteidigungsministerium wie der frühere Staatssekretär Lothar Rühl oder der einstige Chef des Planungsstabs, Hans Rühle, sagten laut "Spiegel" jedoch, sie seien schon immer davon ausgegangen, dass Israel auf den Schiffen Atomwaffen stationieren werde. Aus Akten des Auswärtigen Amts gehe zudem hervor, dass die Bundesregierung seit dem Jahr 1961 über die Praxis informiert sei.

Nach "Spiegel"-Angaben werden die fraglichen Schiffe von einer Werft in Kiel gebaut. Neben den drei bereits erhaltenen und den drei noch im Bau befindlichen erwäge Israel, noch einmal drei Schiffe zu bestellen. Den Vertrag über die Lieferung des sechsten Boots unterschrieb die Bundesregierung dem Bericht zufolge erst kürzlich.

Für dieses sechste Boot übernehme die Bundesregierung mit 135 Millionen Euro ein Drittel der Kosten und stunde zudem den israelischen Anteil bis zum Jahr 2015, schrieb der "Spiegel". Als Gegenleistung erhoffe sich Deutschland unter anderem eine Wende in der israelischen Siedlungspolitik. Aus der israelischen Regierung gibt es für einen solchen Schritt bislang jedoch keine Anzeichen.

lea/AFP AFP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker