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Neonazi-Netzwerk im Gefängnis Zwei Dutzend Häftlinge kontaktierten Initiator


24 Inhaftierte sollen Kontakt pflegen zu dem Initiator des rechten Gefängnis-Netzwerkes, das kürzlich aufgedeckt wurde. Ob nun gegen die Beteiligten ermittelt wird, ist noch nicht entschieden.

An dem kürzlich aufgedeckten rechtsextremen Netzwerk in deutschen Gefängnissen sind nach bisherigen Erkenntnissen der Justiz etwa zwei Dutzend Häftlinge beteiligt gewesen. In einzelnen Fällen suchten auch Gefangene Kontakt zu dem im hessischen Hünfeld inhaftierten Initiator, die von dessen rechtsextremem Hintergrund nichts wussten. Das ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa bei den Justizministerien der Bundesländer. Ob es zu Ermittlungsverfahren gegen Beteiligte kommt, hängt überwiegend noch von den Erkenntnissen aus weiteren Ermittlungen ab.

In mehreren Ländern - meist mit einzelnen Beteiligten - bestreiten die Ministerien aber die Existenz eines echten Netzwerks in ihren Gefängnissen. Offensichtlich gab es vielfach zwar Kontakte zu dem Hünfelder Initiator selbst, aber nicht der anderen Beteiligten untereinander.

Auf die Spur des Netzwerkes war die Justiz durch eine Anzeige im Oktober in einer Motorradzeitschrift gekommen, in der von einem bestehenden Gefangenen-Netzwerk die Rede war und unter Bezugnahme auf rechtsextreme Zeichen und Symbole weitere Kontakte gesucht wurden. Bei einer Zellendurchsuchung des mutmaßlichen Aufgebers der Anzeige im hessischen Hünfeld wurde dann im April eine Liste mit 51 Namen gefunden.

steh/DPA DPA

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