Wintereinbruch Schnee und Eis sorgen für Chaos


Das Sturmtief "Irmela" hat erwartungsgemäß heftige Windböen und starken Schneefall über Deutschland gebracht. Bei schweren Verkehrsunfällen gab es Tote und Verletzte. Alpenpässe und Eisenbahnstrecken wurden gesperrt. Bei Dresden standen mehr als 100 LKWs quer auf der Autobahn.

Schnee und Glätte haben den Verkehr am Samstagmorgen in Sachsen am Autobahndreieck Dresden Nord zusammenbrechen lassen. Nach Polizeiangaben blockierten mehr als hundert querstehende Lastwagen beide Fahrspuren. Sie waren nach starkem Neuschnee auf schneeglatter Fahrbahn ins Rutschen gekommen. Die Autobahn musste zwischen den Anschlussstellen Dresden Neustadt und dem Kreuz komplett gesperrt werden. Eine Sprecherin des Verkehrswarndienstes sagte, größere Sachschäden seien aber nicht entstanden. Die Fahrzeuge seien überwiegend ganz langsam ineinander gerutscht. Auch Personen wurden nicht verletzt. Der Winterhilfsdienst und Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) waren im Einsatz. Bis zum Mittag rollte der Verkehr dort wieder normal.

Nahe Hünfeld (Hessen) starben am Samstagmorgen zwei Menschen bei einem schweren Verkehrsunfall. Drei Insassen des mit fünf jungen Leuten besetzten Vans wurde nach Polizeiangaben schwer verletzt. Der Wagen war bei Glatteis nach einer Rechtskurve auf die Gegenfahrbahn geraten und gegen einen Sattelschlepper geprallt.

Auf der Autobahn A9 Berlin-Nürnberg bei Münchberg (Bayern) wurden bei einem Unfall am Freitagabend auf schneeglatter Straße vier Menschen schwer verletzt. Nach Angaben der Polizei in Hof war ein Autofahrer auf einen querstehenden Sattelzug gerast. Alle drei Autoinsassen erlitten schwere Verletzungen. Als der Lastwagenfahrer den Verunglückten beistehen wollte, wurde dieser von einem Auto angefahren und ebenfalls schwer verletzt.

Winterliche Straßenverhältnisse verursachten in der Nacht zum Samstag Chaos auf Niedersachsens Autobahnen. Wie die Polizei in Hannover mitteilte, waren auf der Autobahn 7 nahe Wedemark sowie auf der Autobahn 2 bei Lehrte (beides Region Hannover) Lastwagen verunglückt. Quergestellt blockierten sie jeweils zwei der drei Fahrspuren und behinderten massive den Verkehr.

Auch im nördlichen Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern, Baden- Württemberg und Berlin gab es mehrere Glatteisunfälle. Meist blieb es bei Blechschäden. Ein mit zwölf Fahrgästen besetzter Linienbus verunglückte am späten Freitagabend in Iserlohn (Nordrhein-Westfalen) auf glatter Straße. Wie die Polizei mitteilte, kam der Bus ins Rutschen und prallte gegen eine Mauer. Fünf Fahrgäste wurden leicht, ein Insasse wurde schwer verletzt.

Unpassierbare Straßen in Österreich

Bei Verkehrsunfällen nach einem heftigen Wintereinbruch in Österreich kamen vier Menschen ums Leben. Eis und Schnee machten in der Nacht zu Samstag zahlreiche Straßen unpassierbar, berichtete der Sender ORF am Samstag. Auf vielen Straßen herrschte Schneekettenpflicht, in den Bergen wurde vor teils erheblicher Lawinengefahr gewarnt.

Umgestürzte Bäume, die auf Fahrleitungen fielen, legten am Samstagmorgen die Rhätische Bahn in der Schweiz lahm, die unter anderem nach Davos und Arosa fährt, wie die Behörden mitteilten. Nach Angaben des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung in Davos stieg die Lawinengefahr in den Bergen rasch an und könnte am Samstag im Norden die Stufe "groß" erreichen.

In Süditalien legte ein schwerer Sturm mit starkem Wind und hohem Wellengang die Fährverbindungen zu den Äolischen Inseln lahmg und beschädigte Schiffe im Hafen von Palermo. Bei Cagliari auf Sardinien starb ein Mädchen bei einem Verkehrsunfall. Auch in Griechenland brachten stürmische Winde am Samstag den gesamten Fährverkehr zum Erliegen.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker