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Neue Abschreib-Vorwürfe Plagiatsjäger urteilt: "Herr Laschet hat jetzt doch ein Problem"

Medienwissenschaftler hält an Plagiatsvorwürfen gegen Kanzlerkandidat Armin Laschet fest
Streitpunkt: Das Buch "Die Aufsteigerrepublik" von CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet
© Roberto Pfeil / DPA
Nach Grünen-Spitzenkandidatin Annalena Bearbock musste sich auch Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet Plagiatsvorwürfe gefallen lassen. Seinen Fehler hatte er zwar eingeräumt, nun aber wurde sein Buch mit einer Spezialsoftware überprüft.

Gegen das Buch "Die Aufsteigerrepublik" von Union-Kanzlerkandidat Armin Laschet gibt es erneut Plagiatsvorwürfe. Der Wiener Medienwissenschaftler Stefan Weber fand in dem Buch eine längere Passage, die auffällig mit einem Text des Politologen Hans Maier übereinstimmt, wie Weber in seinem Blog schrieb. "Herr Laschet hat nun doch ein Problem", urteilte er. Der CDU-Chef müsse "rasch beantworten", wie es "zu dieser zweiten Stelle kam".

Laschet will eigenes Buch prüfen lassen

Laschet war bereits in der vergangenen Woche mit Plagiatsvorwürfen gegen sein Buch konfrontiert gewesen. Diese waren durch den Autor Karsten Weitzenegger öffentlich geworden, der vom bekannten Plagiatsjäger Martin Heidingsfelder auf die mutmaßliche Übernahme von Textpassagen Weitzeneggers aufmerksam gemacht worden war. Laschet räumte daraufhin Fehler ein und kündigte an, eine Prüfung des gesamten Buches zu veranlassen.

Weber ließ nach eigenen Angaben daraufhin eine Spezialsoftware das gesamte Buch überprüfen. "Mein Ergebnis ist entlastend für Laschet", schrieb er am Montag in seinem Blog. Er habe "keine einzige Stelle gefunden, die ich als Plagiatsfragment bezeichnen würde".

Weber warf bereits Baerbock Plagiate vor

Inzwischen sieht Weber die Sache jedoch anders. Auf die mutmaßliche weitere Plagiatsstelle sei er von einem Leser hingewiesen worden, schrieb er am Montag. Laschets Problem sei "zwar noch nicht so groß wie das von Frau Baerbock, aber er wird uns nun rasch beantworten müssen, wie es zu dieser zweiten Stelle kam: Hat er selbst absichtlich plagiiert, hat er die Übersicht verloren oder hat er Mitarbeitern vertraut, die gegen das Zitiergebot verstoßen haben und die Quellenarbeit nicht beherrschten?"

Weber hatte der Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock mehrere wörtliche Übernahmen in ihrem neuem Buch "Jetzt. Wie wir unser Land erneuern" vorgeworfen. Er sprach von Urheberrechtsverletzungen. Die Grünen vertreten die Auffassung, dass es sich bei den kritisierten Passagen um allgemein zugängliche Fakten oder bekannte Grünen-Positionen handele.

c / dpa

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