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NSU-Prozess: Kanzlei von Nebenkläger-Anwalt mit Kot beschmiert

Kot, Urin, einschlägige Parolen: Die Kanzlei eines Anwalts von Nebenklägern im NSU-Prozess ist von rechtsextremen Tätern verdreckt worden. Zuletzt hat es in München mehrere solcher Vorfälle gegeben.

Eine Rechtsanwaltskanzlei von Angehörigen eines Opfers des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) ist laut einem Zeitungsbericht Ziel eines mutmaßlich rechtsextremen Angriffs geworden. Der Eingang der Münchner Kanzlei im zweiten Stock eines Bürohauses sei großflächig mit Fäkalien beschmiert worden, berichtet die "Süddeutsche Zeitung".

Die Schmierereien seien bereits am vergangenen Montag entdeckt worden. Auch in den vergangenen Wochen habe es in München wiederholt Angriffe mutmaßlich rechtsextremer Täter gegeben. So sei in der vergangenen Woche ein Wohnhaus, dessen Bewohner sich gegen Rassismus engagieren, mit Farbbeuteln beworfen worden. Zudem seien mehrere Fensterscheiben eingeschlagen worden.

Zusammenhang mit NSU-Prozess liegt nahe

Vor dem Oberlandesgericht München läuft seit Montag vergangener Woche der Prozess gegen die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe und vier mutmaßliche Helfer des Nationalsozialistischen Untergrund (NSU). Der NSU, zu dem neben Zschäpe die verstorbenen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos zählten, soll für zehn Morde, zwei Bombenanschläge und fünfzehn Banküberfälle verantwortlich sein.

Zahlreiche Hinterbliebene der Opfer sind in dem Prozess als Nebenkläger vertreten. Nachdem bei den ersten vier Verhandlungstagen vor allem Anträge der Verteidigung behandelt wurden, soll beim nächsten Prozesstag am 4. Juni das Verfahren richtig losgehen.

dho/AFP / AFP
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