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Porträt: Dieter Althaus - langjähriger Kronprinz

Dieter Althaus - langjähriger Kronprinz

Dieter Althaus galt lange als «Kronprinz in Wartestellung». Jetzt hat Ministerpräsident Bernhard Vogel (CDU) seinen Rückzug angekündigt und den 44-Jährigen als Nachfolger präsentiert. Althaus ist seit Jahren ein Ziehsohn Vogels. Der Ministerpräsident holte ihn von 1992 bis 1999 als Kultusminister in sein Kabinett. Seit mehreren Jahren ist Althaus Vogels erster Stellvertreter, seit 1999 leitet er die CDU-Landtagsfraktion.

Der gelernte Mathematik- und Physiklehrer aus dem katholischen Eichsfeld hat sich bisher kaum ins Rampenlicht gedrängt. Er wirkt häufig eher zugeknöpft. Vertraute sagen, Althaus sei jemand, der gern auch hinter den Kulissen agiert. «Ich gehe meinen eigenen Weg», meint Althaus. Für ihn steht seit längerem fest, dass er Regierungschef werden will. Erst vor wenigen Tagen forderte er von Vogel ein Signal, wann die Amtsübergabe sein soll.

Der technisch interessierte Althaus, der als Kind den Spitznamen «Flugzeugdirektor» hatte, war zu DDR-Zeiten stellvertretender Schulleiter in dem kleinen Ort Geismar. 1985 trat er der DDR-CDU bei. In die «große Politik» kam er nach der Wende 1989. Seit zwölf Jahren gehört der Familienvater mit zwei Töchtern dem Erfurter Landtag an.

Vogel hat nie verhehlt, dass er Althaus schätzt. Mit der Ernennung zum Fraktionschef 1999 und zum CDU-Landeschef im Jahr 2000 verknüpfte er die Erwartung, nun solle Althaus sich bewähren. Seitdem hat dieser die nicht einfache Aufgabe, 49 Abgeordnete und die Partei unter einen Hut zu bringen. Immer wieder wird auch Kritik laut, er habe die Fraktion nicht geschlossen hinter sich, und profiliere sich zu wenig. Politisch will Althaus «die Richtung beibehalten».

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