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Wechsel in die Wirtschaft: Althaus heuert bei Magna an

Paukenschlag in Thüringen: Dieter Althaus verlässt die Politik und wird Manager beim Autozulieferer Magna. Für den verhinderten Opel-Käufer soll der frühere Ministerpräsident vor allem Lobbyarbeit betreiben.

Der langjährige Ministerpräsident von Thüringen, Dieter Althaus, übernimmt einen Top-Managerjob bei Magna. Am 1. Februar wird der 51-jährige Vizepräsident des kanadisch-österreichischen Automobilzulieferers. Er ist dabei zum einen für den Kunden Volkswagen und zum anderen für Kontakte zu öffentlichen Stellen in Deutschland zuständig. Sprich: Althaus wird Lobbyist. Sein Landtagsmandat wird der CDU-Politiker Ende April niederlegen.

Magna-Chef Siegfried Wolf machte in einem Satz den Sinn von Althaus Berufung deutlich: "Es ist erfreulich, wenn Politiker ihre exzellenten Kontakte und Erfahrungen nach der aktiven Zeit der Wirtschaft zur Verfügung stellen und sich nicht auf Funktionärstätigkeiten zurückziehen." Althaus sagte: "Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit, zumal ich Magna aus meiner Zeit als Ministerpräsident gut kenne und seitdem von der außergewöhnlichen Firmenkultur und der Erfolgsgeschichte beeindruckt bin."

Thüringer Opposition kritisiert Althaus

Die Thüringer Linkspartei kritisierte Althaus wegen seiner neuen Aufgabe scharf. "Es gehört sich nicht, dass ein ehemaliger Ministerpräsident ohne jede Karenz in eine eine Lobbytätigkeit wechselt", sagte Linke-Landeschef Bodo Ramelow. "Die Menschen nennen das Lobbykratie." Der Parteivorsitzende kritisierte besonders, dass Althaus erst Ende April sein Landtagsmandat abgeben will. Die Linkspartei werde dies in den Ausschüssen im Landtag thematisieren. Ramelow sprach sich dafür aus, bei der Übernahme einer Lobbytätigkeit eine Pause von einer Legislaturperiode vorzuschreiben.

Althaus, gut sechs Jahre Ministerpräsident seines Landes, hatte am Neujahrstag einen schweren Skiunfall verursacht, bei dem eine Frau ums Leben kam. Er selbst lag mehrere Wochen im künstlichen Koma, sein Comeback in die Politik misslang. Bei der Landtagswahl im August kassierten Althaus und seine CDU herbe Verluste. Der frühere Ministerpräsident zog sich daher aus der ersten Reihe der Landespolitik zurück.

Die Kontakte der Österreicher zur Politik waren aber schon vor der Verpflichtung von Althaus gut: So war Magna der Favorit der Bundesregierung für den Kauf von Opel. Das Unternehmen kam aber nicht zum Zug, weil Opel-Mutter General Motors den Rüsselsheimer Autobauer doch behalten wollte.

DPA/ben / DPA