Ex-Ministerpräsident von Thüringen Dieter Althaus wird Lobbyist für Magna


Der frühere thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus wechselt zum Opel-Bieter Magna. Althaus werde ab Februar bei dem Autozulieferer als Vizepräsident für den Großkunden Volkswagen und Kontakte zu öffentlichen Stellen in Deutschland zuständig sein, teilte Magna am Freitag mit.

Der frühere Ministerpräsident von Thüringen, Dieter Althaus (CDU), wechselt in die Wirtschaft: Der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna stellte Althaus "für die Kontakte zu öffentlichen Stellen in Deutschland" und für den Kunden Volkswagen ein, wie das Unternehmen am Freitag im österreichischen Oberwaltersdorf mitteilte. Der 51-jährige Althaus werde den Posten am Montag antreten.

Der CDU-Politiker hatte vier Tage nach dem Wahldebakel seiner Partei in Thüringen, bei dem die Christdemokraten am 30. August ihre absolute Mehrheit verloren hatten, seine Ämter in Regierung und Partei abgegeben. Sein Amt als Landtagsabgeordneter behielt Althaus, der vor einem Jahr bei einem Skiunfall in Österreich schwer verletzt worden war, aber zunächst.

Althaus kündigte nun an, das Landtagsmandat Ende April niederzulegen. Er kenne Magna aus seiner Zeit als Ministerpräsident gut und sei "seitdem von der außergewöhnlichen Firmenkultur und der Erfolgsgeschichte beeindruckt", erklärte er. Magna galt im vergangenen Jahr monatelang als Käufer für den angeschlagenen Autohersteller Opel, bis der Mutterkonzern General Motors (GM) überraschend entschied, die Tochter selbst zu sanieren. Opel hat ein Werk in Thüringen, bei den Verhandlungen über mögliche Staatshilfen für den Autohersteller war auch Althaus beteiligt.

Magna wolle seine Stellung in Deutschland, aber vor allem in die Regionen hinein weiter ausbauen und stärken, erklärte Magna-Chef Siegfried Wolf. Das "Engagement" Althaus verdeutliche dies. Es sei erfreulich, wenn Politiker ihre exzellenten Kontakte und Erfahrungen nach der aktiven Zeit der Wirtschaft zur Verfügung stellten und sich nicht auf Funktionärstätigkeiten zurückzögen. "Wir brauchen vielmehr Durchlässigkeit zwischen Wirtschaft und Politik."

AFP/Reuters Reuters

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