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Privates von Pauli: Der neue Mann der schönen CSU-Rebellin

Was geht vor sich im Privatleben der Fürther Landrätin Gabriele Pauli? Männer? Alkohol? Der vermeintliche Versuch, genau das zu eruieren, hat Edmund Stoibers Sturz ausgelöst. Die "Bild"-Zeitung hat jetzt doch herausgefunden, wen die CSU-Rebellin liebt - und was das mit Alkohol zu tun hatte.

Das Privatleben von CSU-Politikern ist ja spätestens seit dem vergangenen Advent ein hochbrisantes Politikum. Damals begab es sich, dass Gabriele Pauli, Landrätin in Fürth und ausgewiesene Stoiber-Kritikerin, im CSU-Vorstand behauptete, dass der Landes-Papi seine Schergen gar unschicklisch in ihrem Privatleben herumschnüffeln lasse. Nach unmoralischem Verhalten hätten die sich bei Pauli-Vertrauten erkundigt. Alkohol? Männer? "Sag' mal, gibt's da was?" Dabei, so unterstellte Pauli, sei es nicht um interessierte Nächstenliebe gegangen, sondern um den schnöden Versuch, die zwei Mal geschiedene, allein erziehende Frau erpresserisch mundtot zu machen.

Zuerst fiel der Scherge, dann der Chef

Der Versuch, das ist bekannt, ist weiland missglückt. Mehr noch. Zunächst fiel der vermeintliche Scherge, dann der Chef. Freilich war der Sturz Stoibers ein Rührstück, was die CSU keineswegs zur Besserung trieb. Im Streit um die Stoibersche Erbfolge wurde nicht Paulis, sondern Horst Seehofers Privatleben, zum Politikum. Denn da gab's was, nämlich eine Geliebte in froher Erwartung. Wieder waren Schergen am Werk. Von wem, das weiß man bis heute nicht so genau. Überbracht wurde die Nachricht seinerzeit von der "Bild"-Zeitung.

Die "Bild"-Zeitung war es auch, die sich nun wieder des Privatlebens der CSU annahm. Ihr gelang, woran Stoiber scheiterte: Etwas über Paulis Privatleben herauszufinden. Gibt's da was? Allerdings! Die 49-Jährige hat nämlich angeblich einen Freund. Der heißt demnach Jens Peter Schick, ist 43 (jünger, ja), und Chef einer kleinen Firma mit sechs Angestellten in Trier. Herr Schick ist im Mode-Business, verkauft Krawatten, T-shirts und Kappen mit Werbeaufdrucken. Wie die Zeitung berichtete, sind die beiden seit sechs Monaten ein Paar. Seit sechs Monaten! Männer? War da was? Stoiber hat's ja schon immer geahnt. Kennengelernt haben sie sich auf einem Weinfest. Alkohol! War da was? Stoiber hat's ja schon immer geahnt.

Ähnlich wie Horst Seehofer scheint auch Pauli daran gelegen, vor einem weiteren Karriereschritt ihr Privatleben auch öffentlich zu klären. Sie ist ja nicht nur Rebellin, sondern offenbar auch eine ehrgeizige Rebellin. Anfang März hatte Pauli bekannt gegeben, sie stehe für das Amt der Fürther Landrätin im Frühjahr 2008 nicht mehr zur Verfügung. Stattdessen strebe sie ein höheres politisches Amt an. In den vergangenen Wochen hatte sie mehrfach betont, dass sie sich vorstellen könne, auf dem Parteitag im September für den CSU-Vizevorsitz zu kandidieren. In der Partei treffen diese Ambitionen nicht unbedingt auf Beifall. Beim politischen Aschermittwoch der CSU in Passau war Pauli mit Pfiffen und Buh-Rufen empfangen worden.

Knapp 4000 Euro Rente

Doch auch, wenn es mit einer höheren politischen Karriere nicht klappen sollte, muss sich Frau Pauli keine Sorgen um ihr Auskommen machen: Nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt im Jahr 2008 stehen ihr laut einem Bericht der Nachrichtenagentur DPA nach 18 Dienstjahren rund 54 Prozent ihres Gehalts als Ruhegehalt zu. Dies wären 3891,52 Euro, hieß es in Münchner Regierungskreisen. Zumindest ein ärmlicher Start ins Privatleben ließe sich damit verhindern.

Anne Webler, Florian Güßgen