HOME

Prozess hinter verschlossenen Türen: Mutmaßlicher Kinderschänder vor Gericht

Ein 38-jähriger Beamter soll ein neunjährige Mädchen schwer sexuell missbraucht und Bilder davon im Internet veröffentlicht haben. Am Dienstag hat der Prozess gegen den Mann begonnen - unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Im Gerichtsprozess gegen einen mutmaßlichen Kinderschänder in Baden-Baden ist die Öffentlichkeit für die Vernehmung des Angeklagten ausgeschlossen worden. "Mein Mandant will sein Sexualleben nicht öffentlich erörtern", begründete Verteidiger Ingo Henkel am Dienstag vor dem Landgericht einen entsprechenden Antrag. Kurz vor dem Prozessauftakt hatte Henkel ein Geständnis des 38-jährigen Thüringers angekündigt: "Mein Mandant will reinen Tisch machen."

Dem 38-jährigen Beamten wird schwerer sexueller Missbrauch eines neunjährigen Mädchens sowie die Verbreitung kinderpornographischer Bilder vorgeworfen. Das Verfahren gegen den eigentlichen Hauptangeklagten, den Stiefvater des Opfers, wurde vom Gericht abgetrennt, da der 59-jährige Mann in der Nacht auf Montag in seiner Zelle versucht hatte, Selbstmord zu begehen, und derzeit nicht verhandlungsfähig ist.

Das BKA kam den Männern durch andere Missbrauchsbilder auf die Spur, die per Internet an die Angeklagten verschickt worden waren. Anlass der Recherche war ein entsprechender Prozess vor dem Landgericht Darmstadt. Dort wurden inzwischen acht der neun Angeklagten zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt und in einem Fall anschließende Sicherungsverwahrung angeordnet.

Die beiden nun Angeklagten sollen laut BKA Kontakte zu weiteren "Kindermodelfotografen" unterhalten haben, von denen sich zwei in Deutschland und einer in der Schweiz in Untersuchungshaft befinden.

AFP/DPA / DPA