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Rückzug von Andreas Pinkwart: Kein Held im politischen Nahkampf

Nach acht Jahren in der vordersten Reihe kehrt der nordrhein-westfälische FDP-Landeschef Andreas Pinkwart der Politik den Rücken. Die Wissenschaft ruft den Professor - und erlöst ihn auch aus der undankbaren Rolle eines Abgeordneten einer kleinen Oppositionspartei.

Nach acht Jahren in der vordersten Reihe kehrt der nordrhein-westfälische FDP-Landeschef Andreas Pinkwart der Politik den Rücken. Die Wissenschaft ruft den Professor - und erlöst ihn auch aus der undankbaren Rolle eines Abgeordneten einer kleinen Oppositionspartei.

Der Sturz dorthin war schmerzhaft für den 50-Jährigen, der zuvor als Wissenschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident eine Schlüsselrolle gewohnt war. Die Koalition seiner FDP mit der CDU war bei der Landtagswahl im Mai abgestraft worden. Pinkwart, der auch Stellvertreter von Parteichef Guido Westerwelle ist, erweckte danach den Eindruck, durchaus für ein Bündnis mit SPD und Grünen zur Verfügung zu stehen - aber innerhalb der FDP setzte sich dieser Kurs nicht durch.

Der freundlich lächelnde Politiker gilt als leidenschaftlicher Wissenschafts- und Steuerfachmann, aber nicht als Held im politischen Nahkampf. Seine Versuche, sich auf der bundespolitischen Bühne zu profilieren, waren kaum von Erfolg gekrönt. Der Rat, die umstrittenen Steuersenkungen für Hoteliers auszusetzen, wurde ebenso abgebügelt wie die Aufforderung an Westerwelle, in der Partei "mehr Gesichter in den Vordergrund zu stellen".

Punkten konnte Pinkwart dagegen als Wissenschaftsminister. Unter seiner Zuständigkeit wurden in NRW so viele neue Fachhochschulen gegründet wie seit den Zeiten von Ministerpräsident Johannes Rau (SPD) nicht mehr. Aber auch die unpopulären Studiengebühren wurden eingeführt, die SPD und Grüne jetzt wieder abbauen wollen.

Als Professor für Betriebswirtschaft hat Pinkwart an mehreren Hochschulen in Nordrhein-Westfalen gelehrt. Durch seine Forschungen kennt sich der Vater von zwei Kindern mit unübersichtlichen Situationen bestens aus. Eines der Themen, mit denen er sich intensiv beschäftigt hat, lautet: "Chaos und Unternehmenskrise".

DPA / DPA