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"Survivor": "Rechte Attitüde"? Stickerei in Sachsens Polizeifahrzeug sorgt für Empörung

Eine Stickerei in dem neuen "Survivor"-Spezialfahrzeug der Polizei Sachsen sorgt für Wirbel. Kritiker fühlen sich bei dem Logo der Spezialkräfte an Symbole aus der Zeit des Nationalsozialismus erinnert. Das Innenministerium weist die Vorwürfe zurück.


Es sollte so schön werden: Sachsens hat aufgerüstet – in ihrer Garage steht jetzt auch ein schwer gepanzertes Spezialfahrzeug des Typs "Survivor R": Fast sieben Meter lang, 100 Stundenkilometer schnell, tonnenschwer, mit Platz für bis zu elf Polizisten und einem Mehrzweckaufsatz zum Beispiel für eine Reizgasanlage soll es fortan für mehr Sicherheit sorgen, etwa bei Terroranschlägen oder Amokläufen.

Sichtlich stolz präsentierten die Verantwortlichen, darunter -Innenminister Markus Ulbig, am Freitag in Leipzig das neue Gefährt. Preis: rund 1,5 Millionen Euro.

Polizei-Logo sorgt für Empörung

Doch der PR-Termin geriet im Nachhinein zum Fiasko, zumindest in den sozialen Netzwerken fliegt den Verantwortlichen jetzt ein kleines, pikantes Detail um die Ohren. Nutzer entdeckten, dass die Sitze des Fahrzeugs bestickt sind. Mit einem Logo und dem Schriftzug "Spezialeinsatzkommando Sachsen", in einer Ästhetik (Frakturschrift, Lorbeerkranz, stilisierte Adlerschwingen), die manch einen an die Symbolik des Dritten Reiches erinnert. Dutzendfach prasselt nun Kritik auf das Sächsische Staatsministerium des Innern ein, einige Auszüge:


Im Dresdner Innenministerium wurde man aufgeschreckt von der Kritik: Am Adventssonntag bestätigte die PR-Abteilung bei Twitter die Echtheit der Bestickung, wies jedoch eine Verantwortung dafür zurück. Der Hersteller "Rheinmetall" habe das in dieser Form ausgeliefert, die Schriftart entspreche nicht "dem Markenhandbuch". Ein Indiz für "rechte Attitüde" sei die Stickerei nicht.

Das Polizei-Spezialfahrzeug "Survivor" in Sachsen

Außen beschränkt sich die Kennzeichnung des "Survivor"-Fahrzeuges des Freistaates Sachsen auf einen nüchternen "Polizei"-Schriftzug


Landeskriminalamt Sachsen zeigte sich zufrieden

Ob " " sich die Bestickung nun selbst ausgedacht hat oder sie nach Wünschen der Polizei oder des Innenministeriums in dem Fahrzeug platziert wurde, ist zurzeit unklar. Die Pressestelle des Herstellers war am Montagmorgen für den stern noch nicht zu erreichen. Bei der Vorstellung am Freitag sagte Sven Mewes vom Landeskriminalamt Sachsen jedenfalls noch: "Das Fahrzeug ist so ausgestattet, wie wir uns das vorstellen."

Die Grünen im sächsischen Landtag haben zu der Angelegenheit nach eigenen Angaben unterdessen eine Kleine Anfrage an die Staatsregierung gestellt.