Schmiergeld-Affäre Pfahls auf freiem Fuß


Der wegen Korruption und Steuerhinterziehung verurteilte Ex-Rüstungsstaatssekretär Ludwig-Holger Pfahls ist nicht mehr inhaftiert. Von der Öffentlichkeit unbemerkt hat der 62-Jährige das Gefängnis verlassen.

Vor dem Gefängnis wartenden Journalisten blieb die Entlassung des ehemaligen Rüstungsstaatssekretär Ludwig- Holger Pfahls verborgen. Pfahls will sich nach Angaben seines Rechtsanwalts auf einer Pressekonferenz am Vormittag über seine weiteren Pläne äußern.

Der frühere CSU-Politiker war nach 13,5 Monaten, der Hälfte seiner Strafe von 27 Monaten, vorzeitig entlassen worden. Das Augsburger Landgericht hatte den Haftbefehl gegen Pfahls zum 1. September mit Auflagen außer Vollzug gesetzt, da weder Flucht- noch Verdunklungsgefahr bestehe. Seine Untersuchungshaft war auf die Strafe angerechnet worden. Pfahls darf Deutschland nur mit gerichtlicher Genehmigung verlassen, muss sich umgehend einen Wohnsitz suchen und wöchentlich bei der Polizei melden. Vermutlich wird er sich vorübergehend bei seiner Tochter im oberbayerischen Holzkirchen aufhalten.

Keine Sonderwünsche

Der ehemalige Staatssekretär während der Regierung unter Helmut Kohl (CDU) war Mitte August wegen Vorteilsannahme und Steuerhinterziehung zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Pfahls hatte gestanden, von dem nach Kanada geflüchteten Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber für Rüstungsgeschäfte rund zwei Millionen Euro Schmiergeld angenommen und nicht versteuert zu haben. Gegen das Urteil hatte er Revision eingelegt. Experten erwarten, dass sie bald zurückgezogen wird.

Während seiner Untersuchungshaft in Augsburg war Pfahls ein "ruhiger und angenehmer Häftling", sagte Anstaltsleiterin de Landauer. Er habe keinerlei Sonderwünsche gehabt und keine Probleme bereitet. Vor seiner Freilassung hatte er seine Zelle geräumt. Seine persönlichen Sachen standen im Gefängnis zur Abholung bereit.

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker