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Früherer SPD-Vorsitzender: Sigmar Gabriel soll Aufsichtsrat bei der Deutschen Bank werden

Neuer Job für Sigmar Gabriel: Der frühere SPD-Vorsitzende wechselt offenbar in die Wirtschaft und soll Aufsichtsrat bei der Deutschen Bank werden.

Dieses Bild wird bald der Vergangenheit angehören: Sigmar Gabriel redet im Bundestag

Der frühere SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat offenbar einen neuen Job

DPA

Der frühere SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel soll Aufsichtsrat der Deutschen Bank werden. Das Geldinstitut nominierte Gabriel für den Sitz in dem Kontrollgremium, wie es in Frankfurt am Main mitteilte. Gabriel werde sich bei der nächsten Hauptversammlung den Aktionären zur Wahl stellen. "Wir freuen uns sehr, mit Sigmar Gabriel einen überzeugten Europäer und Transatlantiker für den Aufsichtsrat der Deutschen Bank gewinnen zu können", erklärte Aufsichtsratschef Paul Achleitner.

Als ehemaliger Umwelt-, Wirtschafts- und Außenminister werde Gabriel "mit seinem großen Erfahrungsschatz einen besonderen Beitrag leisten und unsere Kompetenz im Aufsichtsrat ergänzen", erklärte Achleitner. "Wir erleben geopolitisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich herausfordernde Zeiten, in denen sich eine globale Bank ganz neuen Erwartungen und Anforderungen stellen muss."

Gabriel: "Große Ehre"

Gabriel selbst erklärte, die Berufung in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank sei für ihn "eine große Ehre". Das Unternehmen habe als "eine der wichtigsten Finanzinstitutionen in Europa die Chance und die Verantwortung, die Zukunft der deutschen und europäischen Wirtschaft mit zu gestalten". Dazu wolle er einen Beitrag leisten.

Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken sollen das neue Führungsduo der SPD bilden.

Der 60-jährige Gabriel war unter anderem von Dezember 2013 bis März 2018 Vizekanzler; insgesamt neun Jahre lang gehörte er dem Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an, zunächst als Umweltminister, dann als Wirtschafts- und zuletzt als Außenminister.

Gabriel folgt auf Jürg Zeltner, der sein Mandat Ende des vergangenen Jahres niedergelegt hat, nachdem ihn die Finanzaufsicht wegen Interessenkonflikten abgelehnt hatte.

Keine rechtlichen Probleme für Gabriel

Mit rechtlichen Problemen muss Gabriel bei einem Wechsel in die Wirtschaft nicht rechnen: Das Bundesministergesetz sieht lediglich vor, dass Mitglieder der Bundesregierung "innerhalb der ersten 18 Monate nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt eine Erwerbstätigkeit oder sonstige Beschäftigung außerhalb des öffentlichen Dienstes" anzeigen müssen.

Gabriel ist nicht der erste hochrangige Ex-Politiker, der nach seiner politischen Tätigkeit in die Wirtschaft wechselt. Sein Parteigenosse Gerhard Schröder übernahm nach seinem Abschied aus dem Kanzleramt 2005 unter anderem den Aufsichtsrats-Vorsitz bei der vom russischen Konzern Gazprom dominierten Ostsee-Pipeline-Betreiber Nord Stream AG. Die frühere CDU-Politikerin Hildegard Müller führt inzwischen den Verband der Automobilindustrie (VDA). Auch frühere Spitzenpolitiker von Grünen und FDP sind in die Wirtschaft und zu Lobbyistenvertretungen gewechselt

kng / AFP
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