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Medienberichte: Sigmar Gabriel gibt Bundestagsmandat aus "sehr persönlichen Gründen" auf

Er war SPD-Vorsitzender, Bundesaußenminister und sitzt seit 2005 im Bundestag: Sigmar Gabriel. Nun hat er laut Medien in einem Brief angekündigt, sein Mandat noch in diesem Jahr niederzulegen. Dafür nennt er gleich mehrere Gründe.

Dieses Bild wird bald der Vergangenheit angehören: Sigmar Gabriel redet im Bundestag

Dieses Bild wird bald der Vergangenheit angehören: Sigmar Gabriel redet im Bundestag

DPA

Der frühere SPD-Vorsitzende und Bundesaußenminister Sigmar Gabriel will sein Bundestagsmandat einem Medienbericht zufolge bereits Anfang November zurückgeben. In einem Schreiben an "Weggefährten" heißt es laut der "Braunschweiger Zeitung": "Wenn ich jetzt nach etwas mehr als der Hälfte der Legislaturperiode schon ausscheide, hat das sehr persönliche Gründe", schreibt der ehemalige Außenminister und frühere SPD-Vorsitzende, der für den Wahlkreis Salzgitter-Wolfenbüttel im Bundestag sitzt. "Für mich war das Heranrücken des etwas 'magisch' wirkenden 60. Geburtstages schon seit längerem Anlass, über meine weitere politische und berufliche Tätigkeit nachzudenken", zitiert die "Süddeutsche Zeitung" aus dem Schreiben. Gabriel wurde Mitte September 60.

Auch die zeitlichen Beanspruchung durch Lehraufträge an den Universitäten Bonn und Harvard sowie sein Amt als Vorsitzender des Vereins "Atlantik-Brücke" nennt Gabriel als Gründe für seine Entscheidung:"Beides - das Abgeordnetenmandat und diese neuen Aufgaben - parallel wahrzunehmen, halte ich nicht für vertretbar."

Gabriel auch enttäuscht über SPD

Er zeigt sich demnach aber auch enttäuscht über den Umgang der SPD mit ihm. Er habe nach seinem Ausscheiden aus dem Amt als Außenminister "zunehmend den Eindruck gewonnen (...), dass die SPD auf Bundesebene meiner Möglichkeiten und Fähigkeiten nicht mehr bedarf. Und wenn man nicht mehr recht gebraucht wird, dann soll man besser gehen."

Gabriel sitzt seit 2005 im Bundestag. Von 2009 bis 2017 war er Vorsitzender der SPD. In seiner politischen Karriere war er zudem Umwelt-, Wirtschafts- und Außenminister. Nach der Bundestagswahl 2017 und der Bildung einer erneuten großen Koalition im folgenden Jahr wurde er von der SPD-Spitze ausgebootet und durfte nicht als Außenminister weitermachen. Im Mai wurde dann bekannt, dass Gabriel bei der nächsten Bundestagswahl nicht mehr kandidieren will. 

Quellen: AFP, "Braunschweiger Zeitung" (Bezahlinhalt), "Goslarsche.de" (Bezahlinhalt), "sueddeutsche.de".

tkr / mit AFP