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Natascha Kohnen im Porträt: Warum nicht mal eine, die Hochdeutsch kann? Diese Frau will Markus Söder gefährlich werden

Natascha Kohnen hat sich viel vorgenommen. Sie will die SPD vorm Untergang bewahren. Am liebsten schon bei der Landtagswahl in Bayern. Aber ob das klappt? Ein Porträt.

SPD-Spitzenkandidatin Natascha Kohnen im stern-Porträt

Fürs Porträt posiert sie ausnahmsweise mal nicht in Dunkelblau. SPD-Spitzenkandidatin Kohnen im Landtag

Beginnen wir also in – wo noch mal? "In Sulzbach-Rosenberg", sagt ihr Parteisprecher, "das liegt am Arsch der Welt." Der Mann ist kein Bayer. Es ist Schäufele- und Ochs-mit-Kraut-Gegend. Bayern sagen Oberpfalz. Hügellandschaft, schön leer, die Sprache voll deftiger Vokale. "Ooi gengand oi, ooi eu und ooi ooui", heißt eine Redensart, die am Ende gut zur Bayernwahl im Oktober gepasst haben wird. "Einige gehen hinauf, einige hinaus und einige hinunter."

Vierzehn Tage hatte es gedauert, bis der Parteisprecher Auskunft geben konnte, wann man Natascha Kohnen, die Frontfrau der Bayern-SPD, in ihrem Vorwahlkampf einmal begleiten dürfe. "Wissen Sie, was eine Spitzenkandidatin um die Ohren hat?", fragte er, "wir haben hier manchmal bis zu 20 Anfragen!" Lustige Vorstellung, die Zuarbeiter damals von Schröder und heute von Söder hätten sich vor einer Landtagswahl darüber beklagt, dass Journalisten anfragen. Zumal dann, wenn sie in den Umfragen bei gerade einmal 13 Prozent lägen!

Analyse-Typ

An einem sehr heißen Julinachmittag besucht Natascha Kohnen dann in Blaumann und weißem Helm die Arbeiter und Betriebsräte des hart ums Überleben kämpfenden Rohrwerks Maxhütte in Sulzbach-Rosenberg. "Presse ist nicht zugelassen", heißt es aus der Parteizentrale. Zweite lustige Vorstellung, dass Schröder damals und Söder heute einen solchen Termin aus den Nachrichten hätten halten wollen! Mit solchen Kümmerer-Bildern ist doch eine Wahl fast schon a gmahde Wiesn!

Wir verpassen sie dann auch noch bei ihrem anschließenden Besuch auf dem Annabergfest, weil keiner weiß, wo sie wann genau auftauchen würde und die Kellnerinnen der einzelnen Biergärten "koa Reservierung ned" finden können. Geht ja gut los! Die Kandidaten vor ihr setzten auf volle Zelte, laute Musi, große Säle – und scheiterten krachledern. Natascha Kohnen setzt auf "Formate", gehaltvolle Plaudereien, Podien. "Ich bin ein Analyse-Typ", sagt sie in gestochenem Hochdeutsch, "ein sachlicher Typ. Und ich werde mich auch nicht ändern und verbiegen."

Wenn wir jetzt Bayerisch könnten, würden wir etwa sagen: "Scho schee, wie ihr zwoa eich ned mögts." Herausforderin Kohnen und Markus Söder auf dem Nockherberg

Wenn wir jetzt Bayerisch könnten, würden wir etwa sagen: "Scho schee, wie ihr zwoa eich ned mögts." Herausforderin Kohnen und Markus Söder auf dem Nockherberg

Manchmal trägt sie auf Volksfestterminen eines der drei Dirndl, die sie im Schrank hat. Sie trinkt auch mal ein Hefeweizen. Die Landeszeitungen stellen natürlich trotzdem dauernd die Frage, wie sie mit so viel Nüchternheit gegen die CSU einen Wirkungstreffer erzielen will. "Wir brauchen politischen Anstand", sagt sie dann in ihren Reden, "und zwar einen ehrlichen!"

Derlei rhetorische Verschwurbeltheit kommt bei ihren Anhängern sofort in der Herzgegend an. Weil dann jeder gleich die Augen von Markus Söder vor den eigenen hat. Wie der manchmal guckt! Als im Februar beim alljährlichen "Derblecken" auf dem Nockherberg plötzlich eine Parodie auf die als blass geltende SPD-Frau über die Bühne lief, schwenkte das Bayerische Fernsehen gelegentlich auf den Ministerpräsidenten in spe. Fast alle in den Polit-Promi-Reihen schlugen sich über die jodelnde Kohnen-Parodistin auf die Schenkel, nur Söder legte sein maliziös-gelangweiltes Augengedeck auf. Sachlichkeit hin oder her – wenn Natascha Kohnen, 50, ihre Lockenmähne hochsteckt und durch die Brille lächelt, sieht sie aus wie eine zuversichtliche Stationsschwester oder die von Idealismus durchtränkte Rektorin einer Gesamtschule.

Unprätentiös

Gerade hat sie im Senatssaal des Bayerischen Landtags den Kapitän des Flüchtlingsschiffs "Lifeline", Claus-Peter Reisch, mit dem neu gegründeten "Europa-Preis" der SPD-Fraktion ausgezeichnet. In ihrer Laudatio auf den Kapitän sagte Kohnen den schönen und zugleich wahltaktisch heiklen Satz: "In einem sich versöhnenden Europa darf es nicht heißen 'Bayern first'." Taktik ist ihr wurscht. Sie lobte Reisch stattdessen so lange, bis der fast Tränen in den Augen und auf der Stirn hatte, was natürlich auch von der Hitze kommen konnte, in der er sogar Schlips trug.

Hoch die Internationale Solidarität! Die SPD-Spitzenkandidatin Kohnen demonstriert am 1. Mai Seit' an Seit' mit den Genossen und denen vom DGB durch Nürnberg. Ganz zufällig – Home of Söder

Hoch die Internationale Solidarität! Die SPD-Spitzenkandidatin Kohnen demonstriert am 1. Mai Seit' an Seit' mit den Genossen und denen vom DGB durch Nürnberg. Ganz zufällig – Home of Söder

Anschließend gaben beide in den Arkaden ein Fernsehinterview. Kohnen war wie üblich ungeschminkt, trug wie so oft Wildlederstiefeletten, die an der Ferse vom Kuppeln und Gasgeben ein wenig abgerubbelt sind. Sie trug Jeans und ein dunkelblau geringeltes T-Shirt mit dunkelblauem Blazer. Dunkelblau ist ihre Lieblingsfarbe, wogegen man nichts sagen kann. Aber es ist eben nicht das fernsehtaugliche Julia-Klöckner-Blau und keine Uniform, wie etwa Malu Dreyer sie sich im rheinland-pfälzischen Wahlkampf zulegte. Dreyer trug auffällig rote oder pinkfarbene Anzüge. Natascha Kohnen übersieht man in Dunkelblau auch schon mal, wenn die Menschenmenge groß ist. Man nennt ihren Look wohl "unprätentiös". Natürlichkeit und Wahrhaftigkeit soll er ausdrücken. Vor allem Frauen scheinen das zu mögen.

Wir rennen nun durch das Landtagsgebäude, sie muss noch ihre Tasche aus dem Büro holen. An der Wand hängen Bilder ihrer Kinder. Von Paul, 21, und Hannah, 18. Früh um fünf hat sie die Tochter bereits zum Flughafen gefahren, denn in Bayern begannen an jenem Tag die Ferien, und Hannah wollte nach Nizza. Paul chillte daheim. Natascha Kohnen lebt in Neubiberg, kurz hinter der südlichen Münchner Stadtgrenze. Von ihrem Ehemann trennte sie sich schon vor Jahren. Damals hatte sie die Diagnose einer schweren Krankheit erhalten, und so etwas bringt Partner ja manchmal an den Rand dessen, was sie miteinander aushalten können. Sie blieb mit den Kindern in der Doppelhaushälfte. All das weiß man bereits, bevor man in ihrem cremefarbenen Mini sitzt. Schnell noch einen Gruß an die Frau und den Vater des Pförtners. Winke, winke. Und schon hat sie einen am Wickel.

Die Spitzenkandidatin

Natascha Kohnen fährt sich selbst zu Wahlkampfterminen. In Rosenheim wird sie am Abend im großen Saal des Gasthofs Höhensteiger ihr Format "Kohnen plus" mit dem Schauspieler Helmfried von Lüttichau ("Hubert und Staller") bestreiten. Klar, dass es auch um ihre Wahlkampfthemen gehen wird. Um Kita, kostenfreien Nahverkehr und das Wohnen. Um Themen, die Menschen in Bayern nach ihrer Erfahrung wirklich umtreiben. "Die SPD ist schließlich eine Sachthemenpartei", sagt sie. Ach so! Kohnen will in Talkshows nicht immer über Ankerzentren und Migration reden müssen. Aus ihrer Sicht stellten Geflüchtete und Asylbewerber nämlich in Bayern überhaupt kein Problem dar.

Es ist übrigens mal wieder typisch, dass nicht die Bundes-SPD den griffigsten Slogan für die Spitzenkandidatin im Süden erfunden hat – sondern Ralf Stegner aus Kiel: "Willst Du in Bayern preiswert wohnen", twitterte er neulich, "dann wähl' im Herbst Natascha Kohnen!" Dass günstige Wohnungen nicht nur im SPD-regierten München fehlen, sondern auch in Sulzbach-Rosenberg zum Beispiel oder in der Chiemsee-Gemeinde Bernau; dass Mieten ins Unermessliche steigen und Witwen aus ihren Altbauwohnungen weggentrifiziert werden, das alles ist im ganzen Land bekannt. Kohnen sagt: "Wohnen ist die neue soziale Frage." Ihre Bekanntheit im Land liegt jetzt bei 50 Prozent. Doch wenn man "Natascha" googelt, kommen vor "Kohnen" immer noch "Kampusch" und "Ochsenknecht".

Man merkt das im Norden vielleicht nicht so, aber: Nie war ein Bayernwahlkampf spannender! Die CSU liegt derzeit in den Umfragen bei 38 Prozent. Und das gab es noch nie. Historischer Tiefstwert. Die SPD darf sich deshalb durchaus Hoffnung machen, einen Teil der CSU-Unzufriedenen zu sich hinüberzuziehen. Kohnen glaubt, das gehe, auch ohne dass sie dafür einen bayerischen Akzent vortäuscht. Bei einem Ergebnis von 38 Prozent, so frohlockt sie, wäre Markus Söder am 14. Oktober als Ministerpräsident Geschichte, "da ist die Partei eiskalt." Und wer weiß, ob dann nicht einer käme, mit dem sie koalieren könnte. Obschliassend kleat is des ois fei ned!

Beim Einbiegen auf die A 8 entdeckt die Spitzenkandidatin das erste Plakat ihrer Kampagne. Man sieht zwar die rechteckige Brille groß, die Locken jedoch sind auf dem Bild abgeschnitten. Echt jetzt? War ihr gar nicht aufgefallen. PR-Mann Kajo Wasserhövel, der früher SPD-Geschäftsführer in Berlin und Franz Münteferings rechte Hand war, berät nun die Bayern-SPD. Sicher hätte Wasserhövel das Plakat so niemals abgenommen! Und könnte er ihr bitte auch mal sagen, dass man nicht "Wertigkeit" sagt, wenn man "Werte" meint?

Kohnen ist in München aufgewachsen, Maxvorstadt, gleich am Englischen Garten. Die Mutter, eine Irin, verlässt die Familie früh. Der Vater erzieht allein, bis er eine neue Frau kennenlernt. Die ist SPD-Fan und nimmt die 15-jährige Natascha mit zum Marienplatz, wo Helmut Schmidt sich als Bundeskanzler verabschiedet. Sie ist verstört vom Anblick erwachsener Männer, die weinen, als Schmidt auf die Bühne tritt. "Helmut, Helmut!" Sie wird die Rufe nie vergessen. In der zwölften Klasse chartert der Rektor des Luisengymnasiums dann einen Bus zu den Anti-AKW-Protesten in Wackersdorf. Wenn sie es nicht schon bei Helmut Schmidt war, so wird sie spätestens jetzt in der Oberpfalz politisiert. Dort geht die Polizei hart gegen Demonstranten vor. Sie ist empört.

Kohnen studiert an der Uni Regensburg Biologie, schreibt ihre Diplomarbeit über "Das Fotosystem von Chlorobium Sulfatophilum", über ein Schwefelbakterium, das die Photosynthese beherrscht. Auch wenn dieser Arbeitstitel für ein Porträt über Natascha Kohnen verlockend beziehungsreich klingt, so wie Merkels Doktorarbeit über den "Mechanismus von Zerfallsreaktionen mit einfachem Bindungsbruch" gerade für die derzeitige Lage in der Union beziehungsreich erscheint – wir verzichten auf das Wortspiel. Sie ist nicht wissenschaftlich-kühl wie Angela Merkel. Und das Mädchen mit den Schwefelhölzern ist sie auch nicht. Obwohl die CSU immer sagt, sie würde alles schlechtreden und das schöne Bayernland aschig und trist machen. Nein, sie ist keine, die nur das Düstere sieht. Sie will nur mehr Licht für alle.

"Die Natascha"

Nach dem Studium arbeitet Kohnen als Lektorin in einem Wissenschaftsverlag. Sie bekommt ein Kind, zieht nach Paris, arbeitet – weil es inzwischen Internet und E-Mail gibt – von dort; bekommt ein zweites Kind und zieht nach zwei Jahren zurück nach Bayern. Einmal geht sie mit der Baby-Tochter auf dem Arm und einer Salatschüssel in der Hand zum Kindergartenfest des Sohnes. "Kann ich Ihnen was abnehmen – Kind oder Salat?", fragt sie da eine, die von nun an ihre Förderin wird. Johanna Rumschöttel ist Kulturamtsleiterin, Landrätin und Mutter von sechs Kindern. Sie holt Kohnen in die Politik. 2001 tritt sie in die SPD ein, 2002 wird sie Gemeinderätin. Haushaltsausschuss, Planungsausschuss, Wurzelarbeit. Hier lernt sie wie das Heidi aus dem Kinderbuch, was sie heute gebrauchen kann ("Heidi kann brauchen, was es gelernt hat."). Erbbaurecht, kommunales Baurecht, Kataster-Gedöns und Wohnungsbau.

Andrea Nahles

Nicht sexy, dafür notwendig, wenn man mit Steuergeld etwas bauen, bewegen oder gar verändern will. Sie ist so detailsicher in ihren manchmal brottrocken und ernsthaft vorgetragenen Reden, dass man unwillkürlich an Olaf Scholz denkt. Der war in Hamburger Wahlkämpfen auch nicht gerade der mit den Schillerlocken, kein Funkensprüher, keiner, der sich das Hemd nass schwitzte. Eher einer, der die Fakten im Kopf hatte und sie erbarmungslos runterbetete – egal, wer gerade im Publikum saß.

Die SPD-Erneuerin

Kleiner Rückblick, Herbst 2013. Der frühere Münchner SPD-Oberbürgermeister Christian Ude war mit dicken Backen in eine gewohnt aussichtslose Wahl gestartet. Vor ihm hatten schon Renate Schmidt 1998 knapp (28,7 Prozent) und Franz Maget 2008 haushoch (18,6 Prozent) verloren. Dann aber war auch dem eigentlich beliebten Ude die Luft weggeblieben, als er sein Ergebnis (20,6 Prozent) sah. Die Partei lag in Trümmern. Niemand hat sich danach als nächster Kandidat hervorgetan. Im Frühjahr 2017 sagt SPD-Generalsekretärin Kohnen dann: Have gun, will travel. "Ich mach's!" Prompt melden sich fünf männliche Gegenkandidaten. Kohnen gewinnt dennoch, die Basis hebt sie auf den Schild der Landesvorsitzenden, und Ude gibt in der "Abendzeitung" preis: "Warum ich Kohnen nicht gewählt habe." So sind sie, die Suizidaldemokraten! Gerhard Schröder sagte immer: "Mit der SPD ist es wie mit einem Schafstall. Von außen riecht's ein bisschen streng, aber wenn man einmal drin ist, ist es schön warm." Natascha Kohnen hört Bob Dylan und liest Henning Mankell. Sogar die Jusos haben jetzt angekündigt, "die Natascha" zu unterstützen. Nicht deshalb natürlich. Es ist schön warm. Auch jetzt im Rosenheimer Saal: "Natascha, es ist wohltuend, und du bist wohltuend in Zeiten der Extreme, wo es nur noch Hetzer und Spalter gibt", ruft Landtagskandidatin Alexandra Burgmaier befeuert ins Publikum, "dass einer mit leisen Tönen daherkommt und mit Lösungen für brennende Probleme."

In der ersten Parteivorstandssitzung nach ihrer Wahl ließ Kohnen alle Tische aus dem Zimmer räumen, Lounge-Sofas aufstellen und WLAN-Störer installieren. "Ich wollte nicht, dass alle reinkommen, wie bisher ihre Laptops aufklappen und irgendwas lesen." Sie lud zum "Open Base Camp" in eine alte Fabrikhalle, stellte sich mit dem Mikrofon in die Mitte und sagte: "Wer Programmarbeit machen will – die Gruppe tagt hinten rechts. Social-Media-Gruppe hinten links anstellen …" Betagte Genossen fragten: Muss das jetzt alles auf Englisch sein? Aber alle machten mit. Alle!

Die nüchterne Wahrheit: Ist die SPD noch zu retten?

Genau das versteht Natascha Kohnen unter der Erneuerung der SPD. Klar schmerzt das, wenn dann die eigene Bundesvorsitzende Andrea Nahles traut mit CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt auf der Zugspitze posiert. Überhaupt die Parteifreunde in Berlin und ringsum! "Die halten uns für Außerirdische", glaubt Kohnen. Eine große Hilfe scheinen sie ihr im Willy-Brandt-Haus nicht zu sein. Zu den Koalitionsverhandlungen im Februar 2018 war Kohnen als SPD-Expertin für das Thema "Wohnen" entsandt. Gute Gelegenheit, den Genossen nahezubringen, dass sie in Interviews und Reden nicht immer "die Bayern" sagen sollen, wenn sie "die CSU" meinen. Ganz am Ende der Verhandlungswochen bekannte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil: "Liebe Natascha, langsam verstehe ich, wie ihr denkt."

2000 Zuschauer im Livestream

Der große Saal im Gasthof Höhensteiger ist leider nicht voll geworden. Obwohl Helmfried von Lüttichau ein sehr beliebter Schauspieler und toller Erzähler ist. Man weiß nicht: Lag es am Ferienanfang, am Blutmond oder an der SPD? Gut 50 Leute sind gekommen, um Kohnen und Lüttichau zu sehen. Macht aber nichts. Sie streamen ihre Formate neuerdings. An jenem Abend schalten sich 2000 Zuschauer in den Livestream. Es sind noch acht Wochen bis zur Wahl. Kohnen schüttelt ihr Haar, sie verspricht Wohnraum, sie lächelt durch die Brille Zuversicht in die Reihen.

Nebenan im kleinen Saal geht zur selben Zeit die Sitzung bayerischer DFB-Jugendtrainer zu Ende. 100, 200? Es war jedenfalls rappelvoll. Die Luft brannte. Niemand schaute noch bei der SPD rein. Wie war das noch? "Einige gehen hinauf, einige hinaus und einige hinunter." Echt jetzt: Natascha Kohnen hat wirklich Mut.

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