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Gabriel trifft Lafontaine: Was will der SPD-Chef beim SPD-Gespenst?

Überraschendes Treffen im Saarland: SPD-Vorsitzender Sigmar Gabriel besucht den Oberlinken Oskar Lafontaine. Worüber die beiden sprechen werden, ist nicht bekannt - was Raum für Spekulationen lässt.

SPD-Chef Sigmar Gabriel und Saarlands Linken-Fraktionschef Oskar Lafontaine

Talken im Saarland: Sigmar Gabriel und Oskar Lafontaine

Auf Außenstehende wirkt es wie eine Begegnung der dritten Art: Am Freitagabend trifft SPD-Chef Sigmar Gabriel den saarländischen Linksfraktionschef Oskar Lafontaine. Zuvor spricht Gabriel in der auf einem industriepolitischen Kongress in der ehemaligen Völklinger Hütte. Zu den Hintergründen des Gesprächs äußert sich die SPD nicht. Auf Nachfrage in der Parteizentrale heißt es: kein Kommentar.

Gabriel ist derzeit politisch in arger Bedrängnis. Die Umfragewerte seiner Partei sind schlecht, die Frage nach einem Kanzlerkandidaten nicht beantwortet. Nun suche Gabriel offenbar bei Lafontaine  Rat, schreibt die Rheinische Post - was nicht frei von einer gewissen politischen Pikanterie wäre. Lafontaine war bis 1999 SPD-Chef und trat dann unter großem Getöse zurück. 2005 gründete er die Linkspartei, die der SPD bis heute das politische Leben schwer macht. Bisweilen wirkte es so, als sei Lafontaine auf einem endlosen Rachefeldzug gegen die Sozialdemokratie. Gleichwohl ließ Gabriel den Gesprächsfaden zu dem Saarländer nie abreißen, schreibt die Rheinische Post.

Lafontaines gespanntes Verhältnis zur Ex-Partei

Auch aktuell hadert Lafontaine wieder mit seiner Ex-Partei. Zwar lobte er Gabriel ausdrücklich für dessen Auftritt auf der SPD-Gerechtigkeitskonferenz. Zugleich aber warf er dem SPD-Chef via Facebook aber vor, keine Schlüsse aus seiner Analyse der sozialen Lage zu ziehen. "Wenn die SPD nicht endlich umkehrt, der neoliberalen Politik abschwört und weiter das nutzlose Anhängsel der Union bleibt, wird die Rechte immer stärker", schreibt Lafontaine.

mgg/dpa
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