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Suizid-Gesetz Müntefering lehnt aktive Sterbehilfe ab


Der Bundestag will neue Regelungen zur Beihilfe zum Suizid treffen. In der Debatte hat sich nun auch der frühere SPD-Vorsitzende Franz Müntefering zu Wort gemeldet - mit einer klaren Haltung.

Der frühere SPD-Vorsitzende Franz Müntefering hat die Debatte um aktive Sterbehilfe befeuert und sich klar dagegen ausgesprochen. "Mein Tod gehört mir - da mache ich doch ein Fragezeichen dahinter", erklärte er am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin". Als hochgefährlich bezeichnete der 73-Jährige die aktuellen Diskussionen.

Mit der Patientenverfügung habe man schon heute erheblichen Einfluss darauf, in welchem Maße um das eigene Leben gekämpft werde. Auch Palliativmedizin und Hospizdienste böten Hilfe. "Diesen Weg sollten wir gehen", sagte der ehemalige Arbeitsminister.

Gesundheitsminister Gröhe fordert Strafen bei geschäftsmäßiger Hilfe

Ähnlich hatte sich kürzlich auch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) geäußert. Er wünsche sich, dass jede geschäftsmäßige Hilfe zur Selbsttötung unter Strafe gestellt werde, hatte Gröhe erklärt.

Müntefering hatte sich 2007 monatelang aus der Politik zurückgezogen, um seiner krebskranken Frau beizustehen, die 2008 starb. "Sterben gehört zum Leben mit dazu. Es ist verdammt schwer, wenn man es erlebt hat, weiß man es", sagte Müntefering. Aber es sei sowohl für die Betroffenen als auch für die Angehörigen von großer Bedeutung, diesen Weg miteinander zu gehen.

Im Bundestag soll demnächst über ein Verbot gewerbsmäßiger Sterbehilfe in Deutschland entschieden werden – ohne Fraktionszwang. Aktive Sterbehilfe, also Tötung auf Verlangen, ist in Deutschland bereits verboten, Beihilfe zum Suizid dagegen nicht.

nck/DPA DPA

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