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Teufel-Sohn Thomas wechselt zur FDP: Schwarz zu gelb

Weil die CDU "einfach zu selbstherrlich" aufgetreten sei, hat der Sohn des ehemaligen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg Konsequenzen gezogen: Thomas Teufel wechselte von der Union zur FDP.

Der baden-württembergische CDU-Mann Thomas Teufel hat Konsequenzen aus seiner Kritik am eigenen Landesverband gezogen: Bereits vor einigen Monaten gab der Sohn des früheren Ministerpräsidenten Erwin Teufel sein Parteibuch ab und ist seither Mitglied der FDP. Bundesweite Bekanntschaft erlangte der Wechsel aber erst mit einem Bericht der "Stuttgarter Zeitung" vom Donnerstag. Der 44-Jährige begründete seinen Schritt damit, dass die Südwest-CDU sich zu sehr von den Bürgern entfernt habe und "einfach zu selbstherrlich aufgetreten" sei. Die Partei habe daher die Abwahl in Baden-Württemberg verdient.

Bei der FDP finde er als Gründer und Geschäftsführer einer Softwarefirma zudem mehr Verständnis für die Belange von Unternehmern, sagte Teufel. Sein Vater haben den Parteiwechsel "voll akzeptiert". Teufel wurde laut "Stuttgarter Zeitung" inzwischen zum stellvertretenden Vorsitzenden des FDP-Kreisverbands Tuttlingen gewählt.

Sein 72 Jahre alter Vater hatte im Sommer eine Kursdebatte in der CDU angestoßen, der sich neben einigen älteren Christdemokraten auch jüngere angeschlossen hatten. Teufel hatte seiner Partei in einem Beitrag für die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" Profillosigkeit vorgeworfen und beklagt, sie habe durch Positionswechsel ihre Stammwähler verprellt.

Die CDU hatte ihr Kernland Baden-Württemberg 2011 an die Grünen verloren. Seit 1953 stellten die Konservativen dort durchgehend den Ministerpräsidenten des Landes.

jwi/DPA/AFP / DPA