Treffen mit Dalai Lama Wieczorek-Zeul zeigt sich zufrieden


Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul hat ihr Treffen mit dem Dalai Lama als "sehr gutes" und "fruchtbares Gespräch" bewertet. Trotz aller Harmonie blieb es ihr aber nicht erspart, zur Kritik aus der SPD Stellung zu nehmen.

Nach dem Treffen im Berliner Hotel Adlon erklärte die SPD-Politikerin, sie habe auch über den Dialog Chinas mit Vertretern des Dalai Lama gesprochen. An der Position der Bundesregierung, die diese Annäherung unterstütze, habe sich nichts geändert.

Ferner habe sie mit dem geistlichen Führer der Tibeter über Menschenrechte, den Kampf gegen Armut und über eine gerechte Gestaltung der Globalisierung gesprochen. Der Dalai Lama habe zudem sehr deutlich sein Mitgefühl für die Opfer der Erdbebenkatastrophe in China zum Ausdruck gebracht. "Wir leiden mit den Opfern und ihren Familien und trauern zutiefst", sagte Wieczorek-Zeul.

Auf der Pressekonferenz verteidigte sie ihr Gespräch mit dem Dalai Lama gegen Kritik aus ihrer Partei: "Ich finde, das wird weder den Menschen in der betroffenen Region gerecht, noch der Persönlichkeit des Dalai Lama. Deshalb habe ich auch bewusst ebensolche parteipolitischen Überlegungen zurückgewiesen."

Das Treffen war nach ihren Angaben nicht privater Natur, wie es zuvor der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion, Walter Kolbow, im ZDF-"Morgenmagazin" gesagt hatte. Sie habe den Dalai Lama als Vertreterin der Bundesregierung getroffen.

Beck verärgert, Steinmeier brüskiert

Der Streit in der SPD um das Treffen hatte sich daran entzündet, dass weder Außenminister Frank-Walter Steinmeier noch SPD-Chef Kurt Beck vorab über das Treffen informiert worden waren. Die Sozialdemokraten wollen nach eigenen Angaben den Dialog zwischen China und Tibet nicht gefährden.

Am Wochenende soll Beck das Vorgehen der Ministerin als Alleingang bezeichnet haben. Als er selbst von dem Gesprächstermin erfahren habe, sei "der Scheiß" nicht mehr rückgängig zu machen gewesen, wird Beck zitiert.

Medienberichten zufolge soll das Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eingefädelt worden sein, die derzeit in Südamerika weilt. Dies hatte die Kanzlerin jedoch dementieren lassen. Außenminister Steinmeier hatte ein Treffen mit dem geistlichen Führer der Tibeter "wegen Terminschwierigkeiten" abgelehnt. Das 45-minütige Treffen zwischen Wieczorek-Zeul und dem Dalai Lama war daher der einzige Termin des Friedensnobelpreisträgers mit einem Vertreter der Bundesregierung.

Wieczorek-Zeul bestätigte nach dem Treffen, dass sie mit Beck über dessen Kritik an ihrem Gespräch mit dem Dalai Lama gesprochen habe. Näher wolle sie sich dazu aber nicht äußern.

DPA/Reuters DPA Reuters

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