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Vorstandsmitiglied Wolfgang Kubicki: FDP hat als Marke "generell verschissen"

Mieses Ansehen, keine Perspektive: Der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki wettert nach der Wahlblamage in Mecklenburg-Vorpommern gegen die eigene Partei: Auch Neu-Chef Philipp Rösler kriegt sein Fett weg.

FDP-Vorstandsmitglied Wolfgang Kubicki ist nach dem Desaster der Liberalen bei der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern mit seiner Partei hart ins Gericht gegangen. Die FDP habe "kein Westerwelle-Problem, sondern ein Marken-Problem", sagte der Fraktionschef in Schleswig-Holstein der "Leipziger Volkszeitung". Denn als Marke habe die FDP momentan "generell verschissen", das sei die Meinung der Bürger. Die fehlende Perspektive müsse Thema der Gremiensitzungen der Partei sein, forderte Kubicki.

Scharf kritisierte der Politiker die jüngste Personaldebatte in der FDP. Wer 14 Tage vor einer Landtagswahl eine solche Diskussion beginne "ohne Sinn und Verstand und damit dokumentiert, dass es vielen in der Partei nur um sich selbst geht und nicht um die gesellschaftliche Mitte, der muss sich dann nicht wundern über eine solche Blamage, bei der die FDP schwächer ist als Linke und Rechtsradikale".

Auch von der bisherigen Arbeit des neuen FDP-Chefs Philipp Rösler hält Kubicki offenbar nicht viel: Auf die Frage, für welche Position denn Rösler stehe, sagte er: "Auf diese Frage kann ich keine vernünftige Antwort geben."

Homburger sieht FDP vor einem Marathonlauf

Ähnlich sieht das FDP-Vizechefin Birgit Homburger: "Ich bin der Meinung, dass diese Personaldiskussion, die da kurzfristig aufgekommen ist, der FDP geschadet hat", sagte sie im Südwestrundfunk (SWR). Davor sei die Partei "intensiv wahrgenommen" worden, vor allem bei den Bemühungen zur Stabilisierung des Euro.

Homburger räumte auch generell ein: "Die Situation, die wir auf Bundesebene haben, ist im Augenblick nicht gut und damit auch für die Wahlkämpfer in den Ländern schwierig." Die FDP hat nach Homburgers Worten noch einen weiten Weg vor sich, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Dazu werde sich die Partei auf Themen wie den Euro, die Wirtschaftslage, Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik konzentrieren. Der FDP sei dabei klar, "dass es ein Marathonlauf wird und keine kurze Distanz".

Bei der Wahl im Nordosten am Sonntag war die FDP zum vierten Mal in diesem Jahr aus einem Landesparlament geflogen. In Schleswig-Holstein wird im Mai kommenden Jahres ein neuer Landtag gewählt.

mad/DPA / DPA