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Wahlkampf-Rede in Düsseldorf: Erdogan sagt "Ja zur Integration"

Wahlkampf im Ausland: Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan ist in Düsseldorf aufgetreten, rund 10.000 seiner Landsleute fanden sich ein. Die Botschaft des Staatschefs: "Ihr müsst euch integrieren!" Integration dürfe aber nicht bedeuten, die eigene Kultur nicht leben zu dürfen.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat seine in Deutschland lebenden Landsleute zur Integration aufgefordert. "Ich sage Ja zur Integration. Ihr müsst euch integrieren, aber ich bin gegen Assimilation," rief er den rund 10.000 Zuhörern am Sonntagabend in einer Düsseldorfer Veranstaltungshalle zu. Die Gesellschaft, in der sie lebten, müsse in Ruhe leben können. Das Recht auf Religionsfreiheit dürfe ihnen aber nicht genommen werden. "Niemand darf das Recht der Minderheiten ignorieren".

Er beobachte Ausländerfeindlichkeiten in Deutschland und anderen Ländern mit Argwohn, sagte Erdogan. "Islamphobie ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, genauso wie Antisemitismus." Jeder habe das Recht, seinen Glauben auszuleben.

"Die Türkei steht für Gerechtigkeit"

Erdogan, der sich im Sommer zur Wiederwahl stellt, pries vor seinen Landsleuten die Entwicklung der Türkei in den vergangenen Jahren an. Das Land habe sich zu einem modernen, international anerkannten Staat entwickelt. "Die Türkei steht auf der ganzen Welt für Gerechtigkeit. Die Türkei schreit auf, wenn es Ungerechtigkeit gibt. Die Türkei erhält heute keine Hilfe mehr, sondern leistet Hilfe", rief Erdogan seinen Landsleuten zu. Das Land habe eine starke Wirtschaft und sich in der Krise behauptet. Der Staat investiere in Infrastruktur wie Autobahnen und Eisenbahnstrecken, aber auch in Rüstung wie Kampfhubschrauber und Kriegsschiffe.

Erdogan war mit einstündiger Verspätung zusammen mit seiner Frau unter tosendem Beifall in die Halle eingezogen. Die türkischen Zuhörer reisten mit Bussen aus ganz Deutschland und den Nachbarländern an. Die Polizei sicherte den Veranstaltungsort mit einem Großaufgebot.

dho/Reuters / Reuters
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