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Zurück zur Ehrlichkeit: 25.000 Steuersünder mit Schweizer Konten zeigen sich selbst an

Der Trend zur Rückkehr in die Steuerehrlichkeit hält in Deutschland offenbar an. Nach einer Umfrage des "Handelsblatts" in den Finanzministerien der Länder haben in diesem Jahr gut 25.000 Steuerhinterzieher mit Schweizer Schwarzgeldkonten die Möglichkeit genutzt, sich selbst anzuzeigen

Gut 25.000 deutsche Steuerhinterzieher mit Schwarzgeldkonten in der Schweiz haben sich einem Zeitungsbericht zufolge bislang selbst angezeigt. Das habe eine Umfrage in den Finanzministerien der Bundesländer ergeben, berichtete das "Handelsblatt" vorab aus seiner Freitagausgabe. Die Steuersünder hätten mit ihrer Selbstanzeige die Chance genutzt, die hinterzogenen Steuern plus Zinsen nachzuzahlen und so straffrei zu bleiben.

Der Fiskus könne nach ersten Schätzungen aus den 25.000 Selbstanzeigen in diesem Jahr mit zwei Milliarden Euro zusätzlichen Steuereinnahmen rechnen, heißt es in dem Bericht. In den Länder-Finanzministerien seien diese Schätzungen als vorsichtig bezeichnet worden. Nach Bearbeitung aller Fälle könnte damit noch mehr Geld in die Staatskasse fließen.

Mit dem am Mittwoch unterzeichneten Doppelbesteuerungsabkommen wird die Schweiz künftig unattraktiver für deutsche Steuersünder. Es setzt den Rahmen für die künftig engere Zusammenarbeit beider Länder in Steuerfragen. Künftige Erträge aus Anlagen deutscher Steuerpflichtiger in der Schweiz sollen einer Abgeltungssteuer unterliegen - also einer Steuer, die anonym "an der Quelle" erhoben wird. Zu welchem Satz dies geschehen soll, ist noch nicht ausgehandelt.

Reuters/APN / Reuters
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