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Ergebnisse des Zwischenberichts Amri-Sonderermittler bestätigt Aktenmanipulation

Bruno Jost, Sonderermittler im Fall Anis Amri, bei einer Sondersitzung des Innenausschusses der Berliner Abgeordnetenhauses
Nach Angaben des Sonderermittlers Bruno Jost sind zwei Kriminalpolizisten für die Manipulation der Anis-Amri-Akte verantwortlich
© Britta Pedersen/DPA/DPA-Zentralbild/Picture Alliance
Der Zwischenbericht zum Attentäter Anis Amri wurde am Montag in Berlin vorgestellt und deckt weitere Hintergründe zum Berliner Anschlag auf. 

Der ehemalige Bundesanwalt Bruno Jost wurde im März als Sonderermittler im Fall Anis Amri eingesetzt. Sein Zwischenbericht wurde nun dem Innenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses vorgestellt. Darin bestätigt er die Manipulationen in Akten der Kriminalpolizei, verteidigte jedoch die Arbeit der Polizei gegen allgemeine Beschuldigungen. "Eine undifferenzierte und pauschale Verurteilung der Polizei und des LKA ist aus meiner Sicht nicht gerechtfertigt", sagte Jost bei der Vorstellung seines Berichts.

Außer dem bislang bekannten Verfasser des gekürzten Berichts sei noch ein weiterer Kriminalpolizist an der Aktenmanipulation beteiligt gewesen. Versagt habe zudem die zuständige Fachaufsicht. 

Anis Amri war als Einzeltäter unterwegs

Neben der Bestätigung der Manipulationsverdachte enthielt der Bericht auch neue Informationen zu Anis Amri. Der islamistische Attentäter war nach den Erkenntnissen der Ermittler in Deutschland bis zum Schluss als Einzeltäter unterwegs. Es gebe keine Hinweise darauf, dass Amri in Deutschland Unterstützer gehabt habe, sagte Bundesanwalt Thomas Beck bei der Präsentation am Abgeordnetenhaus. Vom Ausland aus sei er allerdings von Mitgliedern des sogenannten Islamischen Staates (IS) angeleitet worden. Beck leitet bei der Bundesanwaltschaft die Abteilung Terrorismus.

Er sagte weiter, Amri habe sein Leben nicht über das Attentat auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche Ende 2016 hinaus geplant. Deswegen habe er auch sein Portemonnaie und zwei Handys bewusst am Tatort hinterlassen, um sich zur Tat zu bekennen. Möglicherweise habe Amri nicht damit gerechnet, den Anschlag selber zu überleben.

sve DPA

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