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Bund-Länder-Beschluss "Nicht richtig": Hersteller Comet frustriert nach Feuerwerksverbot zu Silvester

Feuerwerk am Brandenburger Tor in Berlin
Feuerwerk am Brandenburger Tor in Berlin
© © 2021 AFP
Bund und Länder haben zur Eindämmung der Corona-Pandemie auch für dieses Jahr ein Feuerwerksverbot zu Silvester beschlossen. Nach dem Verbot im vergangenen Jahr hat sich Feuerwerksproduzent Comet "frustriert" ebenso wie andere Branchenvertreter gezeigt.

Bund und Länder haben zur Eindämmung der Corona-Pandemie auch für dieses Jahr ein Feuerwerksverbot zu Silvester beschlossen. Wie Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) am Donnerstag in Berlin sowie Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) in der Hansestadt sagten, werden die bereits zum vergangenen Jahreswechsel geltenden Regeln erneut in Kraft gesetzt.

Nach Angaben von Tschentscher umfasst das zwischen dem Bund und Ländern bei ihren Beratungen am Donnerstag beschlossene Verbot den Verkauf von Feuerwerk sowie dessen Abbrennen im öffentlichen Raum. Auch alle "Ver- und Ansammlungen am Silvesterabend" würden erneut unabhängig von den Inzidenzen untersagt, sagte der Hamburger Regierungschef. Silvesterfeiern führten nicht nur zu zusätzlichen Belastungen, sondern auch zu weiteren Belastungen in den Kliniken.

Laut Beschlusspapier der Konferenz gilt das Versammlungsverbot bundesweit an Silvester und am Neujahrstag. Die Kommunen sollen die Bereiche genauer definieren, in denen das Verbot zum Zünden von Feuerwerkskörpern gilt. Von dem Feuerwerksverbot betroffene Unternehmen sollen Kompensationen durch Staatshilfen erhalten.

Feuerwerksproduzent findet Beschluss "nicht richtig"

Für die Feuerwerksbranche ist der Beschluss jedoch keineswegs erfreulich. Pressesprecher Jens Thomas vom deutschen Feuerwerksproduzenten Comet im Bremerhaven sagt dem stern: "Natürlich ist es frustrierend. Corona steht an erster Stelle, aber wir denken nicht, dass der Beschluss richtig ist." Man arbeite das ganze Jahr auf dieses Ereignis hin. "Alles ist auf drei Tage ausgerichtet", erklärt Thomas. 95 Prozent des Umsatzes mache das Unternehmen an den Tagen vor Silvester.

Der Beschluss komme zu einem ungünstigen Zeitpunkt, denn Comet sei bereits mit der Auslieferung seiner Ware beschäftigt gewesen. Der Pressesprecher erklärt: "Wir haben jetzt alle Lieferungen gestoppt, sofern es möglich ist." Wie hoch der finanzielle Schaden für das Unternehmen ist, sei bisher unklar. Eine Insolvenz drohe Comet laut Thomas allerdings nicht.

Der Frust erfasst die ganze Branche: Ein Sprecher von der Zink-Feuerwerk GmbH äußerte sich am Donnerstag in Cleebronn (Kreis Heilbronn) gegenüber DPA enttäuscht von dem Beschluss: "Das hat auf die Branche massive Auswirkungen." Der Hersteller von Raketen mit 15 Beschäftigten habe schon unter dem letztjährigen Verbot gelitten. Man sei zwar nicht ganz so stark abhängig vom Geschäft zum Jahresende, weil man auch für Großfeuerwerk bei Veranstaltungen liefere. Doch solche Veranstaltungen hätten im laufenden Jahr auch nicht stattgefunden.

Erneutes Feuerwerksverbot an Silvester

Bereits zum Jahreswechsel 2020/2021 hatte es wegen der Pandemie ein bundesweites Verkaufsverbot für Feuerwerk gegeben, zugleich galt ein An- und Versammlungsverbot für Silvester und Neujahr. Außerdem richteten viele Städte und Gemeinden Bereiche ein, in denen das Zünden von Feuerwerk untersagt war. Hintergrund war neben der Sorge vor Infektionen die Hoffnung, eine zusätzliche Belastung der Krankenhäuser durch Böllerunfälle zu vermeiden.

nk AFP DPA

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