60 Jahre Kriegsende Begegnungen mit der Vergangenheit


Im Mai feierte die Welt den 60. Jahrestag des Kriegsendes. Ein neuer Bildband porträtiert eindrucksvoll Veteranen und ehemalige Häftlinge an den Schauplätzen des Grauens. stern.de zeigt eine Auswahl dieser Begegnungen.

Dieser Tage jährt sich der Beginn der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse zum 60. Mal. Im Mai wurde dem Ende des Zweiten Weltkriegs vor ebenfalls 60 Jahren gedacht und im Jahr zuvor richtete Frankreich die Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie aus. Es könnte für viele als Opfer der NS-Herrschaft, die das Ende des Krieges erlebt haben, die vielleicht letzte Möglichkeit gewesen sein, an großen Gedenkveranstaltungen teilzunehmen - nicht wenige von Ihnen sind heute 80 bis 90 Jahre alt.

Diejenigen Frauen und Männer, denen es möglich war, zu den Orten ihrer Leiden zurückzukehren, hat der Hannoveraner Fotograf Mark Mühlhaus von Fotografenkollektiv Attenzione zu den 60-Jahr-Feiern begleitet. Herausgekommen ist ein Bildband mit dem Titel "Begegnungen".

Mit seiner Kamera hat Mühlhaus die Gedenkfeiern an acht Orten begleitet. Darunter die historische Veranstaltung in der Normandie vom Juni 2004. Daneben war er in Konzentrationslagern wie Ravensbrück, Neuengamme und Auschwitz. "Wichtig war mir, die Momente am Rande dieser Veranstaltungen festzuhalten, Orte und Landschaften, Begegnungen mit Menschen, die das eigene Schicksal teilen", so Mühlhaus. "Das Offizielle, das Organisierte, das bei großen Gedenkveranstaltungen schnell ins Unpersönliche abgleitet, stand dabei nicht im Mittelpunkt", schreibt er in seinem Vorwort.

Der überwiegende Teil der Bilder in "Begegnungen" sind Porträtaufnahmen von Überlebenden der Konzentrationslager, Veteranen sowie ehemaligen Kriegsgefangenen. Um einen möglichst intimen Blick auf die Menschen zu bekommen, hat Mühlhaus die Portraitierten teilweise tagelang begleitet und zahlreiche mit ihnen Gespräche geführt.

"Sie ein Stück auf dieser Reise zu begleiten, war von Anfang an die Grundidee meines Herangehens. Sich darauf einzulassen, sich dem einzelnen Menschen zu nähern, kann als Gegenstück zur Abstraktheit historischer Daten verstanden werden und in Portrait- und Momentaufnahmen eine angemessene Ausdrucksform finden", so der Fotograf. stern.de zeigt in einer Fotostrecke exklusiv eine Auswahl aus dem Bildband.

nk

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