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Ende des Prager Frühlings: Im Schlafanzug auf die Straße

Vor 40 Jahren wurde der Prager Frühling, der Versuch einen "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" zu schaffen, durch den Einmarsch sowjetischer Truppen brutal beendet. Die Tschechen von heute halten aber nicht viel von ihrem Revolutionsversuch anno '68.

Von Kilian Kirchgeßner, Prag

Es ist eine der Entdeckungen, von denen Historiker träumen: Als längst verschollen galten sie, die Tonband-Mitschnitte aus dem tschechoslowakischen Radio von 1968. Tragische Nachrichten sind darauf zu hören, es geht um Panzer in den Straßen von Prag und immer wieder um Schüsse. Der Einmarsch der sowjetischen Soldaten und das verzweifelte Aufbäumen der Tschechoslowaken, über alles das sendete der Rundfunk stundenlang im Live-Betrieb. Die entlarvenden Dokumente ließ die Geheimpolizei später verschwinden. Erst jetzt tauchten sie in einem Archiv wieder auf - und werden zu einem zentralen Motiv bei den Gedenkveranstaltungen zum 40. Jahrestag des Prager Frühlings und seiner brutalen Niederschlagung.

Bis heute allerdings tun sich die Tschechen nicht leicht mit ihrer Vergangenheit. Eher ruhig begehen sie auch deshalb den Jahrestag des Ereignisses, das für sie zum schicksalhaftesten Moment der jüngeren Geschichte werden sollte. Das einzige politische Zeichen setzt Staatspräsident Vaclav Klaus: Er gibt auf der Prager Burg einen Empfang für die tschechoslowakischen Soldaten, die sich damals den Besatzern entgegengestellt haben. Für die ist das ein wichtiger Akt - "die ganzen Jahre über hat uns niemand wahrgenommen", klagte einer der früheren Soldaten vor tschechischen Journalisten. Tatsächlich ist es das erste Mal, dass die Spitzenpolitiker sich eingehender mit den Geschehnissen des Jahres 1968 beschäftigen.

Eine Tragödie aus tschechischer Sicht

Der Grund dafür liegt auf der Hand: Der Kampf um einen "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" gilt in konservativen Kreisen nicht viel. Die Bewegung, die den Tschechoslowaken damals ungeahnte Freiheiten mitten im Kommunismus gebracht hatte, sei ein bloßer Richtungsstreit zwischen sozialistischen Kadern gewesen und keineswegs eine bewundernswerte Revolution - diese Lesart der Geschehnisse ist in Tschechien bis heute verbreitet. Ohnehin werden die Errungenschaften, die Künstler und Studenten dem sozialistischen Regime abgetrotzt hatten, kaum noch wahrgenommen. "Wissenschaftler und Öffentlichkeit lesen den Prager Frühling von seinem Ende her, vom Aufmarsch der Truppen und der Niederschlagung. Aus tschechischer Perspektive geht es also um eine Tragödie", sagt der tschechische Historiker Pavel Kolar, der am Potsdamer Zentrum für Zeithistorische Forschung arbeitet.

Die Gedenkveranstaltungen drehen sich also fast nur um die Nacht vom 20. auf den 21. August - um die Nacht, als der Traum von einem liberalen Staat sein jähes Ende fand. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen etwa sendet zum Jahrestag ununterbrochen die genau vier Jahrzehnte alten Bilder von der Invasion. Es sind Bilder von den sowjetischen Militärflugzeugen, die im Minutentakt auf dem Prager Flughafen landen, von den schweren Panzern, die sich aus allen Richtungen sternförmig auf die Hauptstadt Prag zu bewegen und von den Tschechen, die in wütendem Protest Straßensperren bauen und mit den blutjungen sowjetischen Panzerbesatzungen debattieren. Die Machthaber aus der Sowjetunion hatten Angst davor, dass der Prager Frühling um sich greift, dass ihnen die Kontrolle über die sozialistischen Staaten entgleitet. Deshalb schickten sie ihre Soldaten.

So einfach allerdings wollten die Prager ihren Traum vom "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" nicht aufgeben. Weil die Panzer mitten in der Nacht kamen, stürmten sie zum Teil noch im Schlafanzug auf die Straße, um sich den einmarschierenden Soldaten in den Weg zu stellen. Ein friedlicher Widerstand sollte es werden, aber trotzdem wollten sie den Besatzern deutlich zeigen, dass sie nicht willkommen sind. "Den Russen nicht einmal einen Tropfen Wasser", diese Parole ging durch die Stadt, man wollte jede Verbrüderung verhindern. Die sowjetischen Soldaten waren davon völlig überrascht: Sie glaubten, die Prager würden sie mit offenen Armen begrüßen - schließlich wolle man doch gemeinsam gegen die Konterrevolution kämpfen, so hatten es ihnen die Kommandeure angekündigt.

40 Jahre später wieder Panzer auf dem Wenzelsplatz

Trotz aller Bemühungen um einen friedlichen Widerstand eskalierte die Situation. Mitten im Zentrum fielen Schüsse, das Gebäude des Nationalmuseums am Wenzelsplatz war plötzlich mitten in den Kampfhandlungen. Die größte Ausstellung zur Erinnerung an den Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen findet deshalb zum Jahrestag gerade hier statt: Das Nationalmuseum, in dessen Fassade bis heute die Einschusslöcher zu sehen sind, hat eine Sonderausstellung mit Archivmaterialen von Fotos bis hin zu Flugblättern zusammengestellt. Und passend zum Jahrestag wird als weithin sichtbare Mahnung wieder ein Panzer vor die Tore des Nationalmuseums rollen. Das öffentliche Interesse an solcherlei Souvenirs aus dem Prager Frühling dürfte gewaltig sein. Noch immer, sagt Oldrich Tuma, Direktor des Prager Instituts für Zeitgeschichte, sei das Thema auch bei jüngeren Tschechen präsent. "Für die Öffentlichkeit ist der Prager Frühling aber einfach eine 40 Jahre zurückliegende Geschichte. Sie ist interessant und natürlich im Unterbewusstsein vorhanden - aber eine Überhöhung oder eine Heroisierung der Geschehnisse, die gibt es nicht".

Ein bisschen wie Nachrichten aus einer anderen Welt dürften deshalb für viele Tschechen die Mitschnitte aus der schicksalhaften Nacht im August 1968 klingen, die der tschechische Rundfunk zum Jahrestag ausstrahlt. Die Tonbänder, die gerade erst wieder in Geheimarchiven aufgetaucht sind, erinnern vor allem an den Kampf um das Rundfunkgebäude. Dieser Kampf gilt den Tschechen bis heute als Symbol für das Ende des Prager Frühlings: Aus Straßenbahnen und umgekippten Lastwagen bauten sie damals Straßensperren, um die Zufahrt zum Rundfunk zu blockieren. Dort in den Redaktionen saßen die letzten Journalisten der Tschechoslowakei, die auch nach dem Einmarsch der sowjetischen Truppen noch unabhängige Informationen sendeten. So lange wie möglich wollten die Demonstranten auf der Straße den Sendebetrieb aufrecht erhalten, so lange wie möglich sollten unzensierte Nachrichten ins Land hinaus gesendet werden. Lange hielten die Barrikaden dem Ansturm der übermächtigen Warschauer-Pakt-Soldaten nicht stand, schon bald brach die Sendung ab. Der Prager Frühling, das war den Tschechoslowaken in diesem Moment klar, war endgültig gescheitert.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(