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Gerd von Rundstedt: Ein Preuße für Hitler

Eisenhower sah in Gerd von Runstedt den fähigsten deutschen General. Hitler machte ihn 1942 zum Oberbefehlshaber der Heeresgruppe West in Frankreich, zuständig für die Vorbereitungen gegen die erwartete Invasion.

Jahrhundertelang hatte seine Familie Kurfürsten, Königen und später dem Kaiser gedient. Mit zwölf trat der Spross aus preußischem Adel in die Kadettenschule Oranienstein ein. Als Generaloberst der Wehrmacht kritisierte er 1938 das Vorgehen gegen die Tschechoslowakei und wurde daraufhin in den Ruhestand geschickt. Für den Polenfeldzug 1939 wurde er reaktiviert, bat aber anschließend um Versetzung, weil er die Einmischung der SS und die Machenschaften des Generalgouverneurs für Polen, Hans Frank, nicht ertrug.

Doch Hitler holte den Aristokraten 1942 erneut zurück, machte ihn zum Oberbefehlshaber der Heeresgruppe West in Frankreich, zuständig für die Vorbereitungen gegen die erwartete Invasion. Der Vorgesetzte Rommels glaubte nicht an eine Abwehrschlacht am Strand. Er setzte darauf, dass seine überlegenen Panzer die gegnerischen Truppen nach der Landung zerschlagen würden - eine fatale Fehleinschätzung.

Als er das erkennen musste, war Rundstedt bald auch klar, dass die Deutschen keine Chance auf einen Sieg hatten, und drängte darauf, den Krieg zu beenden. Der verärgerte Hitler feuerte ihn wieder. Anerkennung bekam er vom Gegner: Eisenhower sah in Gerd von Runstedt den fähigsten deutschen General des Zweiten Weltkrieges.

Teja Fiedler / print
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