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Sportler und Pädagoge Athlet Fredy Hirsch – der mutige Lehrer, der in Auschwitz Kindern Malunterricht gab

in Überlebender des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau
Ein Überlebender des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau (Foto). Fredy Hirsch überlebte die Torturen der Gefangenschaft durch die Nazis dagegen nicht, er starb dort am 8. März 1944.
© Wojtek Radwanski
Fredy Hirsch galt hierzulande lange als einer der vergessenen Helden. Heute kehrt die Erinnerung an den Lehrer und Sportler zurück – in Deutschland und in Israel.

Es musste bis zum 100. Geburtstag von Fredy Hirsch dauern, bis die Öffentlichkeit in Deutschland den Athleten und Pädagogen wiederentdeckte. Da war er schon mehr als 70 Jahre gestorben – zu Tode gekommen im März 1944 im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Doch seit diesem 100. Geburtstag im Jahr 2016 ist Hirsch auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Sogar Google widmete dem aus Aachen stammenden Athleten ein Google-Doodle – dieses zu Fredy Hirschs 105. Geburtstag. Es wurde den Nutzern der Suchmaschine in Deutschland gezeigt, und auch in Israel.

Denn Hirsch war Jude, er wurde 1941 vom Nazi-Regime nach Theresienstadt deportiert und kam 1943 in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz. Mit Stolz und Dankbarkeit erinnern sich viele Menschen noch heute an Hirsch, weil er sich sogar während seiner Gefangenschaft für die im Konzentrationslager gefangenen Kinder engagierte und half, deren Leid zu lindern. Manche wurden durch seinen Einsatz gerettet und überlebten. 

Fredy Hirsch brachte ein bisschen Hoffnung nach Auschwitz

So organisierte er im Ghetto in Theresienstadt Kultur- und Sportveranstaltungen für die dort internierten Kinder. Im September 1943 wurden er und viele andere Häftlinge weiter nach Auschwitz-Birkenau deportiert – für die meisten Häftlinge das sichere Todesurteil. Hirsch arbeite weiter. Er setzte sich für die Kinder und Familien in seiner Umgebung ein, gab Kindern Malunterricht und veranstaltete sogar Konzerte, wie in mehreren Pressberichten über ihn zu lesen ist. Auch habe er es geschafft, die katastrophalen Hygienebedingungen ein bisschen zu verbessern.

Hirsch hätte es eigentlich leichter haben können. Alles wäre vermutlich ganz anders gekommen, wäre Fredy – dessen Vorname ja eigentlich Alfred war – gemeinsam mit seiner Mutter und seinem Bruder nach Bolivien ausgewandert. Doch er entschied sich für das Exil in der Tschechoslowakei. Nicht weit genug, um dem Terror-Regime in Deutschland zu entkommen.

Aber vermutlich war Fredy Hirsch ein Optimist und dachte, die Tschechoslowakei wäre weit genug weg von Nazi-Deutschland. Vielleicht war er zuversichtlich, weil er am liebsten mit jungen Menschen arbeitete. Schon früh hatte er sich in verschiedenen jüdischen Jugend- und Sportvereinen engagiert. 1933 wurde er der Leiter des Jüdischen Pfadfinderbunds Deutschlands. Er war ein passionierter Lehrer.

Eine Aachener Website berichtete vor einigen Jahren ausführlich über den lange Zeit vergessenen Sohn der Stadt und schilderte, dass 50 Kinder und Jugendliche dank Hirschs Einsatz den Krieg überlebt hätten. Er habe sie bis zum Schluss geschützt, indem er sie beispielsweise Jugendliche als Betreuer von kleineren Kindern einplante. Fredy Hirsch starb jung – er wurde nur 28 Jahre alt.

 Quellen: "Augsburger Allgemeine", "Movieaachen.de"


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