Zitate "Wollt ihr den dritten Weltkrieg provozieren?"

Der große Marsch beginnt am 16. Juni um 7 Uhr früh an der Stalinallee mit etwa 400 Arbeitern. Stimmen von Demonstranten und Funktionären an den Tagen der Revolte.

"Ach Fritze, die rennen doch in ihr Verderben. Die haben doch keine Führung." (SED-Politbüromitglied Bruno Leuschner, dessen Büro die Schaltstelle der staatlichen Planwirtschaft war, zu seinem Assistenten Fritz Schenk am 16. Juni)

"Spitzbart, Bauch und Brille sind nicht des Volkes Wille."

(Parole von Demonstranten am 17. Juni 1953. Gemeint waren SED-Chef Walter Ulbricht, Staatspräsident Wilhelm Pieck und Ministerpräsident Otto Grotewohl.)

"Bis zum Mittag des 17. Juni herrschte in Berlin Hoffnung, dass wir die DDR-Regierung stürzen, dass nun alles besser wird."

(Der heute 76 Jahre alte Peter Bruhn, der den Aufstand als 26-Jähriger miterlebte.)

"Die Russen haben die Leipziger Straße mit ihren nebeneinander fahrenden Panzern regelrecht leergeräumt. Viele sprangen zur Seite."

(Bruhn zur Vorgehensweise des sowjetischen Militärs.)

"Der 17. Juni hat die ganze Existenz verfremdet."

(Notiz von Bertolt Brecht in seinem Arbeitsjournal.)

"Wir wehren uns gegen unwahre, lückenhafte und beschönigende Information."

(Der von Erich Loest geführte Leipziger Schriftstellerverband in einer Resolution vom Juni 1953.)

"Berliner kommt und reiht euch ein, wir wollen keine Sklaven sein!"

(Parole von Demonstranten am 17. Juni 1953 bei ihrem Zug zum Haus der Ministerien)

"Wollt ihr den dritten Weltkrieg provozieren?"

(Der amerikanische Rundfunkdirektor von RIAS Berlin, Gordon Ewing, zum Chefredakteur Egon Bahr, als der Sender am 17. Juni von den Streikforderungen berichtete)

DPA

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