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"heute wichtig" Die Scheinheiligkeit in der Klimakrise: Nicht nur fordern, auch mitmachen

In seiner ersten Regierungserklärung sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD): "Der Wohlstand unseres Landes hängt an unserer Fähigkeit, die Infrastrukturen für das klimaneutrale Zeitalter aufzubauen."
In seiner ersten Regierungserklärung sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD): "Der Wohlstand unseres Landes hängt an unserer Fähigkeit, die Infrastrukturen für das klimaneutrale Zeitalter aufzubauen."
© Michael Kappeler / DPA
Bundeskanzler Olaf Scholz will der Klimakrise trotzen und hat die "größte Transformation unserer Industrie und Ökonomie seit mindestens 100 Jahren" angekündigt. Der Mobilitäts- und Zukunftsforscher Prof. Stephan Rammler sagt allerdings: Wir müssen auch alle mitziehen.

Die Mobilität der Zukunft – wie muss sie aussehen, damit wir CO2 einsparen? Werden die meisten mit dem Rad und der Bahn zur Arbeit fahren, sodass Straßen kaum noch gebraucht werden? Und wird der ländliche Raum mit Flugtaxis an die Städte angeschlossen? Bei Letzterem hat Prof. Stephan Rammler bei "heute wichtig" so seine Zweifel.

Im Gespräch mit Podcast-Host Michel Abdollahi erklärt Prof. Rammler, was nötig ist, um die von Bundeskanzler Olaf Scholz zitierte Transformation auch tatsächlich möglich zu machen: "Wenn wir anfangen und bereit sind, höhere Preise zu bezahlen, unser Verhalten zu verändern, Infrastrukturen aufzubauen und dafür Steuergelder zu investieren – dann wird sich was ändern." Gleichzeitig fordert Prof. Rammler aber auch, diejenigen zu unterstützen, die vor allem im ländlichen Raum keinen Bus und keine Bahn vor der Tür haben, gleichzeitig aber zur Arbeit kommen müssen und zum Teil auch noch in systemrelevanten Berufen arbeiten. Rammler kritisiert: "Wir müssen auch alternative Automobilität und Elektrofahrzeuge sozial gerecht in den Markt bringen. Das findet gerade nicht statt, das ist eine Elitenmobilität." "Wir müssen der Politik die Möglichkeit geben, Dinge umzusetzen"

Klimakrise bringt Einschnitte in unser aller Leben

Das Wichtigste für ihn ist aber, dass mehr Menschen offen sind für neue Konzepte, für Einschnitte in unser aller Leben und dass wir gemeinsam an einem Strang ziehen. Denn nichts sei schlimmer, als ständig nur zu kritisieren, weil es ungemütlich wird, so Prof. Stephan Rammler bei "heute wichtig": "Wir müssen der Politik die Möglichkeiten geben, Dinge umzusetzen und nicht sofort, wenn sie mal mutige Schritte macht, wie Fahrradwege zu bauen, gleich wieder die Beine wegtreten und sagen: Das ist aber auch nicht richtig." Razzia in Dresden: "Die Verdächtigen sind allesamt Impfgegner"

Razzien in Sachsen

Außerdem wirft Michel Abdollahi bei "heute wichtig" einen Blick nach Sachsen. Auf dem sozialen Netzwerk Telegram wurden Morddrohungen gegen den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer ausgesprochen – das Landeskriminalamt durchsuchte daraufhin gleich mehrere Objekte und konfiszierte dabei auch Waffen. Reporterin Josephine Kahnt berichtet von der Razzia in Dresden: "Es liegt nahe, dass die Verdächtigen der Querdenkerszene zuzuordnen sind und allesamt Impfgegner sind."

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tkr

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