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Nach SPD-Parteitag: "Ja" zu GroKo-Verhandlungen - so reagieren Schulz, Merkel, FDP und AfD

Das Ergebnis war knapp, aber eindeutig: Auf ihrem Parteitag stimmte die SPD für Kolaitionsverhandlungen mit der Union. Das sind die wichtigsten Reaktionen zum Abstimmungsergebnis.

Twitter-Reaktionen: SPD stimmt Koalitionsverhandlungen zu - "Jetzt drohen vier Jahre Langeweile"

Auf dem SPD-Parteitag stimmten 362 der 642 Delegierten für Koalitionsverhandlungen mit der Union - ein denkbar knappes Ergebnis. SPD-Chef Martin Schulz zeigte sich nach der Abstimmung dennoch "erleichtert". Das Ergebnis zeige, dass "hart gerungen" werden musste, sagte Schulz am Sonntag nach Ende des Parteitags in Bonn dem Fernsehsender Phoenix. Er kündigte CDU und CSU nun harte Koalitionsgespräche an.

"Sondierungen haben den Charakter, auszuloten, ob man überhaupt verhandeln kann", sagte Schulz. "Die Unionsparteien werden sich darauf einstellen müssen, dass die Koalitionsverhandlungen genau so hart werden wie die Sondierungen." Die SPD werde nun "in den nächsten Tagen" mit den Unionsparteien reden und einen Fahrplan für Koalitionsgespräche verabreden.

Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel hat derweil das Votum des SPD-Parteitags für die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit der Union begrüßt. Damit sei der Weg frei für Verhandlungen, sagte Merkel am Sonntag in Berlin. Das Sondierungspapier von Union und SPD sei dabei der Rahmen, in dem verhandelt werde.

Olaf Scholz zufrieden über Abstimmungsergebnis

Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Olaf Scholz hat sich zufrieden mit der Zustimmung des Bonner Sonderparteitages zu Koalitionsverhandlungen mit der Union gezeigt. Das knappe Ergebnis sei zu erwarten gewesen, sagte Scholz am Sonntag unmittelbar nach der Abstimmung. Die SPD habe sich sehr ernsthaft um eine Antwort bemüht.

Jetzt werde weiter verhandelt. Es gehe dabei auch um den sozialen Zusammenhalt in Deutschland. Der müsse besser werden.


Die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Julia Klöckner hat den SPD-Parteitagsbeschluss zum Einstieg in Koalitionsverhandlungen mit der Union begrüßt. "Glückwunsch zur Entscheidung und Bereitschaft, sich doch in den Dienst des Landes zu stellen #SPD", schrieb die rheinland-pfälzische CDU-Landeschefin am Sonntag auf Twitter. Der SPD-Parteitag hatte zuvor in Bonn mit knapper Mehrheit den Weg für Koalitionsverhandlungen freigemacht.

FDP-Chef Christian Lindner erwartet schwierige - und teure - Koalitionsverhandlungen. "Wenn die gesamte Führung für den Regierungseintritt wirbt, aber nur eine knappe Mehrheit des Parteitags folgt, ist das eine Hypothek", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Das Ergebnis lässt befürchten, dass in den Koalitionsverhandlungen nun Rückschritte zu erwarten sind. Widersprüche zwischen den Koalitionspartnern werden nach "Methode Merkel" nun vermutlich mit noch mehr Steuergeld zugeschüttet."

AfD stänkert gegen Abstimmungsergebnis

Die AfD hat die SPD-Entscheidung für Koalitionsverhandlungen mit den Unionsparteien als "würdelos" und "unglaubwürdig" bezeichnet. Die Sozialdemokraten hätten sich nun entschieden, ihren "trudelnden Blindflug" in die Bedeutungslosigkeit fortzusetzen, sagte Parteichef Jörg Meuthen am Sonntag. Das Ziel der AfD, im Bund langfristig zweitstärkste Kraft zu werden, sei dadurch noch ein Stück näher gerückt. Dass die AfD-Fraktion durch eine Regierungsbeteiligung der SPD im Bundestag Oppositionsführerin werde, sei darüber hinaus "schön und bietet Chancen".

Meuthen sagte, so sehr er sich als Parteichef über diese selbstzerstörerische Entscheidung der SPD freue, so entsetzt sei er als Bürger. "Dem Land schadet es, wenn wieder nur weitergewurschtelt wird", sagte der AfD-Chef der Deutschen Presse-Agentur.

ikr / AFP / DPA
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