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Parteitag: Es gibt neue GroKo-Verhandlungen - SPD-Delegierte folgen Schulz und Parteiführung

Es ist schon jetzt die längste Regierungsbildung in der Geschichte der Bundesrepublik. Nun flackert Licht am Ende des Tunnels auf. Nach einer Zitterpartie fällt die SPD einen staatstragenden Beschluss.

Vier Monate nach der Bundestagswahl hat die SPD mit knapper Mehrheit den Weg zu Koalitionsverhandlungen mit der Union frei gemacht. Nach einer konfrontativen und emotionsgeladenen Debatte stimmten auf dem Parteitag in Bonn 56,4 Prozent von 642 Delegierten und Vorstandsmitgliedern dafür.

Die Verhandlungen über eine Neuauflage der großen Koalition können damit in den nächsten Tagen beginnen und im besten Fall bereits im Februar abgeschlossen werden. Danach muss aber noch eine hohe Hürde überwunden werden: Die mehr als 440.000 SPD-Mitglieder stimmen über den Koalitionsvertrag ab und haben damit das letzte Wort.

Die Beiträge und Diskussionen des Parteitages zum Nachlesen im Liveblog.

Der SPD-Parteitag im Liveblog

  • Tim Schulze
    • Tim Schulze

    Ein aufregender Politik-Sonntag geht zu Ende. Die SPD hat auf ihrem Sonderparteitag in Bonn mit knapper Mehrheit die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit der Union beschlossen. Das bedeutet aber nicht das Ende der Debatten bei den Sozialdemokraten. Die GroKo-Gegner sind stark und werden sich auch in Zukunft kritisch äußern. Und es gibt noch eine weitere Hürde, bevor die GroKo endgültig steht. Die Mitglieder der SPD müssen dem Koalitionspapier am Ende erneut zustimmen.

  • Tim Schulze
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    Jetzt erklärt sich Angela Merkel: Wie erwartet begrüßt die Bundeskanzlerin die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit SPD.

  • Tim Schulze
    • Tim Schulze

    Sahra Wagenknecht sagt nicht Nettes über die SPD und ihren Parteitag: "Der Parteitag war ein Festival der Selbsttäuschung, auf dem die SPD-Führung den Delegierten ein Weiterso mit Merkel als Erneuerung und Aufbruch verkauft hat. Der Verdacht liegt nahe, dass die Pro-GroKo-Wortführer eher ihre eigenen Interessen als die ihrer Partei im Auge hatten."

  • Tim Schulze
    • Tim Schulze

    Malu Dreyer sieht keine tiefen Konflikte in ihrer Partei. "Ich sehe nicht die Gefahr, dass wir uns zerreißen", sagt sie der Deutschen Presse-Agentur. Beim Parteitag in Bonn sei kontrovers und emotional diskutiert worden, "aber überhaupt nicht in einem spalterischen Sinne". "Deshalb bin ich mir sehr sicher, dass wir es schaffen, mit der gesamten Partei diesen weiten Weg zu gehen."

  • Tim Schulze
    • Tim Schulze

  • Tim Schulze
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    Merkel  will sich am Sonntagabend in Berlin zum Ausgang des SPD-Parteitages und dem weiteren Vorgehen bei den nun anstehenden Koalitionsverhandlungen äußern. Das Statement wird gegen 18.00 Uhr im Konrad-Adenauer-Haus erwartet, wie ein Parteisprecher in Berlin mitteilt.

  • Tim Schulze
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    Martin Schulz kündigt an: "Die Unionsparteien werden sich darauf einstellen müssen, dass die Koalitionsverhandlungen genauso hart sein werden wie die Sondierungsverhandlungen", sagt er dem Sender "Phoenix".

  • Tim Schulze
    • Tim Schulze

    Von der AfD kommt ätzende Kritik:

  • Tim Schulze
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    Die ersten Stimmen aus der CDU sind natürlich wohlwollend. Die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Julia Klöckner begrüßt den SPD-Beschluss: "Glückwunsch zur Entscheidung und Bereitschaft, sich doch in den Dienst des Landes zu stellen #SPD", schrieb sie.

  • Tim Schulze
    • Tim Schulze

    Die Linke kritisiert die Entscheidung der SPD zur Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit der Union als "historischen Fehler". "Es droht die endgültige Atomisierung der deutschen Sozialdemokratie", erklärt Parteichefin Katja Kipping. Der Co-Vorsitzende Bernd Riexinger betont: "Die SPD begeht Harakiri." Kommissionen, Arbeitsgruppen und Halbzeitbilanzen könnten nicht darüber hinweg täuschen, dass sich in der SPD diejenigen durchgesetzt hätten, die um jeden Preis an der Macht bleiben wollten.

  • Tim Schulze
    • Tim Schulze

  • Tim Schulze
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    Andrea Nahles ist nur noch erleichtert nach dem knappen Sieg der GroKo-Befürworter: Sie sagte, es sei "ein sehr intensiver Parteitag" gewesen. Man müsse darüber sicherlich nochmals nachdenken.

  • Tim Schulze
    • Tim Schulze

    Für die SPD-Führung heißt es jetzt erst mal durchschnaufen. In der mehr als vierstündigen Debatte hatte sich eine knappe Mehrheit der etwa 50 Redner für eine große Koalition ausgesprochen. Das entspricht dem Ergebnis der Abstimmung. Die Befürworter kamen überwiegend aus der Parteiführung. Fast alle prominenten Sozialdemokraten sind für eine große Koalition. Die leidenschaftlichste Rede hielt SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles, Die Bürger würden der SPD einen Vogel zeigen, wenn sie sich trotz guter Sondierungsergebnisse für eine Neuwahl entscheide, sagte sie. In den Koalitionsverhandlungen könne noch mehr für die SPD herausgeholt werden.

  • Tim Schulze
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