HOME

"Aida Luna": Großes Schiff auf kleinem Fluss

Zwei, drei Mal im Jahr wird das niedersächsische Papenburg zum Rummelplatz. Wenn die Meyer-Werft ein Kreuzfahrtschiff auf seine erste Reise schickt, säumen Tausende die Deiche. Nun war es wieder so weit: Das Wasser wurde aufgestaut, damit ein großes Schiff auf einem kleinen Fluss vorankommt.

Das jüngste Kreuzfahrtschiff der Papenburger Meyer Werft, die "Aida Luna", geht auf ihre erste Reise. Am Samstagmorgen hat das 315 Millionen Euro teure Schiff Papenburg verlassen und ist die Ems abwärts Richtung Emden gefahren. Gegen Mittag hat es Leer erreicht.

Am späten Samstagabend wird das Schiff voraussichtlich das Emssperrwerk in Gandersum passieren. Gegen 1 Uhr am frühen Sonntagmorgen ist die Ankunft in Emden geplant. "Wegen der am Sonnabend herrschenden Wind- und Wetterlage und wegen der Wasserstände sind Verschiebungen im Zeitablauf möglich", sagte ein Sprecher der Meyer Werft.

Die "Aida Luna" ist 252 Meter lang und rund 32 Meter breit. Ein schwieriges Manöver für die Crew auf dem schmalen Fluss. Doch die "Aida Luna" ist bereits das dritte von sechs Kreuzfahrtschiffen der Rostocker Aida-Reederei, die die Papenburger Werft bis 2012 baut. Die Schiffsführung auf der schwierigen Passage übernahm wie in den Jahren zuvor die Lotsenbrüderschaft Emden. "Das Überführungsteam hat das Manöver an einem computergesteuerten Simulator geübt", sagte der Werft-Sprecher. Das Schiff wird die Strecke wegen der besseren Manövrierfähigkeit rückwärts zurücklegen.

Ab Sonntag auf der Nordsee

In Emden wird das Schiff am Emskai mit letzten Möbelstücken, Proviant und Hotelequipment ausgestattet, anschließend sollen bis zur Übergabe an die Reederei Testfahrten auf der Nordsee absolviert werden. Unterdessen wird auf der Meyer Werft am nächsten Schwesternschiff, der "Aida Blu", und der "Celebrity Equinox" gebaut.

Um die Überführung zu ermöglichen, muss die Ems aufgestaut werden. "Damit beginnen wir bereits am Freitagabend", sagte ein Sprecher des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) im ostfriesischen Norden. Am Samstag gegen 19 Uhr sollen die Tore des Sperrwerks geöffnet werden, um die Wasserstände vor und hinter dem Sperrwerk anzugleichen.

Die Jungfernfahrt startet am 22. März von Hamburg nach Palma de Mallorca, wo das Clubschiff mit 1025 Kabinen am 4. April von Model Franziska Knuppe getauft wird.

DPA/swd / DPA

Wissenscommunity