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Ende im Schulden-Streit: In Island beschlagnahmte Air-Berlin-Maschine darf wieder abheben

Die wegen nicht gezahlter Gebühren festgesetzte Air-Berlin-Maschine darf Island verlassen. Die insolvente Fluglinie habe ihre Schulden beglichen, bestätigte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Isavia. Wann der Airbus 320 abgeholt wird, ist jedoch noch unklar.

Air Berlin - Island - Schulden - Pfändung

Fast zwei Wochen lang durfte eine Air-Berlin-Maschine den Flughafen Keflavík in Island nicht verlassen (Symbolbild)

Im Streit um die vor knapp zwei Wochen auf dem isländischen Flughafen Keflavík beschlagnahmte Air-Berlin-Maschine ist es offenbar zu einer Einigung gekommen. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, soll die insolvente Fluglinie noch ausstehende Flughafengebühren, die zur Pfändung des Airbus 320 geführt hatten, inzwischen gezahlt haben. 

Am vergangenen Montag habe Air Berlin "seine ausstehenden Schulden bei Isavia beglichen", bestätigte ein Sprecher des isländischen Flughafenbetreibers gegenüber der Onlineausgabe der Zeitung. "Es steht noch am Flughafen, kann aber jederzeit abgeholt werden", so der Sprecher weiter. Wann die Maschine zurück nach Deutschland geflogen wird, blieb zunächst unklar. Air Berlin war für eine schriftliche Stellungnahme nicht zu erreichen. Doch am Mittwochabend werde die Maschine am Flughafen Berlin Schönefeld zurückerwartet, sagte später ein Sprecher von Air Berlin der Nachrichtenagentur DPA . 

Air Berlin nannte Maßnahme "rechtswidriges Handeln"

Der Air-Berlin-Jet war am 19. Oktober vor dem geplanten Rückflug nach Düsseldorf festgesetzt worden, weil es laut Isavia, die am Flughafen Keflavík für Bodendienste zuständig ist, offene Rechnungen gab. Eine Maßnahme die ungewöhnlich, laut isländischem Luftfahrtsgesetz aber rechtens ist. Die Maßnahme gelte als "letzte Möglichkeit, um die Bezahlung bereits erbrachter Dienstleistungen sicherzustellen", schrieb Isavia nach Bekanntwerden des Falls in einer Pressemitteilung.

Air Berlin hatte das Vorgehen damals scharf kritisiert und als "rechtswidriges Handeln" bezeichnet. Air Berlin habe "sämtliche seit der Insolvenzanmeldung am 15. August 2017 anfallenden Rechnungen pünktlich bezahlt", schrieb Ralf Kunkel, Vice President Communications and Marketing von Air Berlin, dem stern in einer Stellungnahme. Er bestätigt jedoch, dass es für den Zeitraum davor unbeglichene Außenstände gibt. "Wir haben dem Flughafen Keflavík mehrfach mitgeteilt, dass er eventuell bestehende Forderungen von vor dem 15. August 2017 aufgrund des geltenden Insolvenzrechts zur Insolvenztabelle anmelden muss." Für Air Berlin sei das Verhalten "nicht akzeptabel und geht zu Lasten der Passagiere", so Kunkel.

Aus nach fast vier Jahrzehnten im Flugbetrieb

Die vom geplatzten Rückflug nach Düsseldorf betroffenen Passagiere waren damals auf einen anderen Air-Berlin-Flug nach Tegel umgebucht worden, von wo sie ihre Weiterreise nach Düsseldorf oder zu ihren endgültigen Bestimmungsorten fortsetzen mussten.

Nach fast vier Jahrzehnten im Flugbetrieb war der offiziell letzte Air-Berlin-Flug am vergangenen Freitag aus München kommend in Berlin-Tegel gelandet.


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