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Medienbericht: Betrug mit Bahn-Tickets: Studentin werden mehr als 11.000 Euro abgebucht

Schreck für eine Studentin aus Halle: Wie der "Berliner Kurier" berichtet, buchte die "Deutsche Bahn" mehr als 11.000 Euro von ihrem Konto ab - dabei hatte sie nur eine einfach Fahrkarte von Halle nach Berlin gekauft. Vermutlich wurde die Studentin Opfer einer besonders perfiden Betrugsmasche.

Reisende der Deutschen Bahn

Reisende der Deutschen Bahn (Symbolbild)

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Beim Blick auf ihr Konto dürfte eine Studentin aus Halle ein ziemlicher Schreck getroffen haben: Wie der "Berliner Kurier" berichtet, hatte die Deutsche Bahn insgesamt 11.213 Euro und 90 Cent von ihrem Konto abgebucht. Dem Medienbericht zufolge hatte die Studentin aber nie Tickets zu diesem Preis gekauft - sondern stattdessen über das Online-Portal eine einfache Fahrtkarte von Halle nach Berlin zu ihren Eltern. Was war geschehen?

Offenbar ist die Studentin Opfer einer besonders perfiden Betrugsmasche geworden. Nach Angaben des "Berliner Kuriers" müssen sich Internetbetrüger Zugang zu dem E Mail-Account der Studentin verschafft haben. Mit den gestohlenen Daten verschafften sie sich Zugang zu dem Bahn-Konto, indem sie auf "Passwort vergessen" klickten und sich ein neues Passwort per Mail schicken ließen. Auf diese Weise kauften die Betrüger Spartickets ein. Laut ihres Kundenaccounts auf bahn.de soll die Studentin gleich mehrere Fahrten gekauft haben, darunter eine Fahrt mit dem Eurostar von Brüssel nach London, 1. Klasse für fünf Personen zu einem Preis von rund 1400 Euro.

Der "Berliner Kurier" schildert das weitere Vorgehen der Betrüger: Die gekauften Sparpreis-Tickets werden wieder storniert. In einem solchen Fall erstattet die Bahn nicht die vollständigen Ticketkosten, sondern erhebt Gebühren von zehn Euro und stellt den Rest als Stornogutschein aus. Mit diesem lassen sich beispielsweise weitere Tickets kaufen. Die Gutscheine sollen sich die Betrüger an ihre eigene Mailadresse schicken haben lassen. "Gebucht werden die Beträge indes auf die im Bahn-Account gespeicherten Kontodaten des nichts ahnenden Kunden", schreibt die Tageszeitung und beruft sich auf Ermittlerkreise.

Die Pressestelle der Deutschen Bahn wollte den Fall der 20-jährigen Studentin auf Anfrage des stern weder kommentieren noch bestätigen. Auch zu möglichen weiteren Betroffenen und der Höhe des entstandenen Schadens gab es seitens der DB keine Informationen.

Bahn spricht von betrügerischen Aktivitäten

Auf Anfrage erklärte die Bahn, man habe eine "vorsorgliche Maßnahme gegen betrügerische Aktivitäten" getroffen. "Sparpreistickets mit einem Wert von mehr als 150 € können im Privatkundenportal auf bahn.de und im DB Navigator bis auf weiteres nur mit den Zahlarten Sofortüberweisung und Kreditkarte unter Abfrage des 3D-Secure-Passwortes (Verified-by-Visa, MasterCard SecureCode bzw. American Express Safe Key) bezahlt werden", erklärte ein Bahnsprecher. Die Maßnahme sei eine Reaktion auf  "Phishing-E-Mails, die aktuell verstärkt zu verzeichnen sind".

Unter dem Begriff "Phishing" werden Aktivitäten zusammengefasst, die darauf abzielen, an persönliche Daten eines Internet-Nutzers zu gelangen. Der Identitätsdiebstahl kann über gefälschte Webseiten oder Mails erfolgen. Ein Ziel von Phishing kann sein,  mithilfe der geklauten Daten an das Konto des Nutzers zu gelangen und davon Geld zu plündern. 

Die Einschränkungen beim Sparpreis-Kauf seien eine "Maßnahme zum Schutz unserer Kunden", schreibt die Deutsche Bahn. "Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dass unsere Services so schnell wie möglich wieder wie gewohnt zur Verfügung stehen werden."

Gegenüber dem "Berliner Kurier" erklärte die Bahn, dass es für mögliche betroffene Kunden keinen Anlass zur Sorge gebe. "Stellen Kunden unberechtigte hohe Abbuchungen für Fahrkarten von ihrem Konto fest, dann sollten sie die Lastschrift durch ihre Bank widerrufen lassen und sich umgehend mit uns in Verbindung setzen“, so der Bahnsprecher. "Wir wollen natürlich nicht, dass den Kunden durch diese betrügerischen Aktivitäten irgendein Schaden entsteht." Er empfehle außerdem, Anzeige bei der Polizei zu erstatten.

ikr

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