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Zahlreiche Absagen erwartet: Drohende Flugausfälle: Warnstreiks an drei großen Airports - Zehntausende Reisende betroffen

Wer am Donnerstag eine Flugreise antreten will, muss möglicherweise umplanen: Kontrolleure an den Airports Düsseldorf, Köln/Bonn und Stuttgart wollen ihre Arbeit vorübergehend niederlegen - einige Flüge könnten daher ganz gestrichen werden.

Drohende Flugausfälle: Warnstreiks an drei großen Airports - Zehntausende Reisende betroffen

Düsseldorf, 2014: Mitglieder der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi gehen in Düsseldorf durch das Terminal

DPA

Warnstreiks an drei großen deutschen Airports führen an diesem Donnerstag zu Hunderten Flugausfällen, Zehntausende Reisende sind betroffen. An den Standorten Düsseldorf, Köln/Bonn und Stuttgart werde es zu ganztägigen Arbeitsniederlegungen der Sicherheitsbeschäftigten kommen, teilte die Gewerkschaft Verdi am Mittwoch mit. Daraufhin wurden am Düsseldorfer Flughafen 350 der für Donnerstag geplanten rund 570 Starts und Landungen gestrichen, in Stuttgart wurden zunächst 125 der 270 Flüge annulliert. Auch in Köln wurden zahlreiche Absagen erwartet. Ursprünglich waren für die Flüge an den drei Airports rund 110.000 Reisende erwartet worden. 

Damit schaltet die Arbeitnehmervertretung im laufenden Tarifkonflikt einen Gang höher: Zu Wochenbeginn hatte ein etwa vierstündiger Warnstreik an den Berliner Airports dazu geführt, dass etwa acht Prozent der Flüge an diesem Tag ausfielen. Die Arbeitgeber kritisierten das Vorhaben als "völlig überzogen".

Fronten in Tarifgesprächen verhärtet

Die Tarifgespräche waren schon im Herbst gestartet, ohne zu einem Ergebnis zu führen - derzeit sind die Fronten verhärtet. Es geht um das private Sicherheitspersonal, das die Passagiere, die Fracht, Waren und die Flughafenbeschäftigten überprüft. Bei der Bezahlung gibt es große regionale Unterschiede - in Ostdeutschland sind es nach Arbeitgeberangaben bei Passagierkontrolleuren 14,70 Euro und im Westen bis zu 17,16 Euro pro Stunde. Angestellte, die nur für die Fracht und das Flughafenpersonal zuständig sind, bekommen weniger, hier liegt die Untergrenze bei 12,90 Euro - so viel wird in Thüringen gezahlt. Hinzu kommen noch Zuschläge für Sonntagsdienste oder Nachtarbeit.

Verdi fordert eine Bezahlung von bundesweit 20 Euro pro Stunde für die rund 23.000 Beschäftigten der Flugsicherheit. Nach Rechnung der Arbeitgeber bedeutet die Verdi-Forderung eine Anhebung des Lohns um bis zu 44 Prozent und sei damit "völlig unrealistisch". Sie bieten nach eigener Darstellung ein Plus von bis zu 6,4 Prozent. Das sei "definitiv verhandlungsfähig", so der Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS).

Verdi sieht das anders - aus Sicht der Gewerkschaft ist das Angebot so niedrig, dass ein Tarifkompromiss nicht möglich ist. Für die meisten Beschäftigten wäre das Arbeitgeberangebot nach Verdi-Rechnung nur ein Plus von 2 Prozent. "Die Beschäftigten der Luftsicherheitsunternehmen müssen für ihre schwere und verantwortungsvolle Aufgabe eine deutlich höhere Entlohnung erhalten", sagte Verdi-Verhandlungsführer Benjamin Roscher.

"Mit erheblichen Beinträchtigungen des Flugbetriebs" und mit Flugausfall zu rechnen

Von den Warnstreiks sind die Flugzeuge samt Tower zwar nicht direkt betroffen. Da die Piloten und Flugbegleiter sowie die Passagiere und das Tower-Personal jedoch nicht oder nur sehr spät durch die Sicherheitsschleusen kommen könnten, dürften zahlreiche Flüge gestrichen werden - zumal die Maschinen wohl nicht wie üblich mit Koffern und Verpflegung beladen werden können.

Es sei "mit erheblichen Beeinträchtigungen des Flugbetriebs wie Flugausfällen und Verspätungen zu rechnen", teilte der Flughafen Köln/Bonn mit. Vom Düsseldorfer Flughafen hieß es, man habe sich zwar "bestmöglich auf den Streik vorbereitet". Dennoch sei mit langen Wartezeiten und Flugausfällen zu rechnen. Passagiere werden gebeten, sich vor Anreise bei der Airline zu informieren und früh loszufahren. Handgepäck solle auf ein Minimum reduziert werden, um die Kontrollen zu beschleunigen. Auch am Stuttgarter Airport rechnet man mit "erheblichen Einschränkungen".

Die Linke im Bundestag forderte angesichts des Tarifkonflikts eine Verstaatlichung der Sicherheitsdienste an Flughäfen. "Die öffentliche Sicherheit darf nicht dem Gewinnstreben privater Sicherheitsdienstleister untergeordnet werden, erst recht nicht in einem sensiblen Bereich wie der Terrorabwehr an Flughäfen", sagte Linke-Parlamentsgeschäftsführer Jan Korte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag).

fs / DPA

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