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Ryanair & Co.: Billigflieger in Deutschland auf dem Vormarsch

Dank des wachsenden Wettbewerbs fallen die Preise. Das besagt der neuste "Low Cost Monitor" des DLR. Billigflieger haben Anfang 2015 so viele Verbindungen in Deutschland angeboten wie noch nie zuvor.

Auf der Strecke Berlin-Köln hat Ryanair einen Preiskrieg angezettelt

Auf der Strecke Berlin-Köln hat Ryanair einen Preiskrieg angezettelt

Billig-Flüge hierzulande sind im Winter deutlich günstiger geworden: Ja nach Fluggesellschaft und Strecke kostete ein Ticktet im Schnitt zwischen 50 und 130 Euro brutto, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hervorgeht. Zudem wurden so viele günstige Flüge angeboten wie nie. An der Spitze der Anbieter gab es einen Wechsel: Neue Nummer eins ist Germanwings.

Der Durchschnittspreis für die Tickets sank deutlich: Im Frühjahr 2014 mussten Fluggäste demnach noch zwischen 70 und 160 Euro für ein Ticket bezahlen. Studien-Leiter Peter Berster machte den steigenden Wettbewerb zwischen den Airlines für den Preisrückgang verantwortlich, der sich künftig noch verschärfen werde: "Durch das verstärkte Angebot von Günstigflügen an großen Flughäfen und insbesondere durch die Pläne von Ryanair, innerdeutsche Verbindungen wie die Strecke Köln/Bonn-Berlin wieder aufzunehmen, wird dieser direkte Wettbewerb künftig weiter zunehmen."

Durch die zunehmende Konkurrenz stieg zugleich die Anzahl der Flugverbindungen in der Jahreszeit auf ein neues Rekordhoch: Fluggäste konnten Anfang 2015 auf insgesamt 518 Strecken günstige Tickets kaufen. Die bisherige Bestmarke stammt aus dem Winterflugplan 2011 und lag demnach bei 507 Verbindungen. Insbesondere innerhalb Deutschlands nahm der Flugverkehr im Billig-Segment zu: In Vergleich zum Vorjahreszeitraum gab es 52 Verbindungen mehr, was einem Anstieg um elf Prozent entspricht.

Berlin, das Hauptziel der Billigflieger

Die Lufthansa-Tochter Germanwings setzte sich demnach mit 1800 Starts pro Woche an die Spitze der Billig-Anbieter in Deutschland. Sie verdrängte Air Berlin mit 1700 Starts auf Platz zwei. Germanwings kommt dadurch auf einen Marktanteil von 38, die Berliner Airline auf 35 Prozent.

Drehscheibe der Billigflieger sind den Autoren zufolge die Berliner Flughäfen. Rund 18 Millionen von deutschlandweit 67 Millionen Passagieren stiegen in der Hauptstadt ein oder aus. Dahinter folgten die Flughäfen Düsseldorf, Köln/Bonn und Hamburg.

Ryanair fliegt 866 Millionen Euro Gewinn ein

Europaweit ist Großbritannien mit 7700 Starts pro Woche das Land mit dem größten Billigflugangebot, vor Deutschland, Italien und Spanien. Die Nummer eins unter den europäischen Billig-Fluggesellschaften bleibt die irische Airline Ryanair. Mit fast 8400 Flügen pro Woche auf mehr als 1500 Strecken erreichte Ryanair demnach im vergangenen Winter einen europaweiten Marktanteil von 24 Prozent. Auf Platz zwei folgte Easyjet mit 17 Prozent Anteil. Im europäischen Vergleich hoben in Barcelona die meisten günstigen Airlines mit 1185 Starts ab.

Ryanair veröffentlichte am Dienstag seine Jahreszahlen und vermeldete einen Gewinnsprung: Der Nettogewinn kletterte im Geschäftsjahr 2014/2015 um 66 Prozent auf rund 866 Millionen Euro; im Jahr zuvor hatten die Iren einen Gewinn von rund 522 Euro verzeichnet. Der Umsatz legte um zwölf Prozent auf knapp 5,7 Milliarden Euro zu. Auch die Passagierzahlen stiegen deutlich um elf Prozent an. Insgesamt beförderte Ryanair 90,6 Millionen Fluggäste.

amt/AFP / AFP

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