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Pünktlichkeitsstatistik: Mehr Zugausfälle: Wie die Bahn ihre Statistik frisiert

Im vergangenen Jahr fuhren 140.000 Züge gar nicht erst los oder blieben unterwegs liegen. Wie erst jetzt bekannt wurde, fließen diese Ausfälle gar nicht in die Pünktlichkeitsstatistik ein - dann wäre sie gerade im Fernverkehr noch schlechter.

Böse Überraschung auf dem Bahnsteig: Der Zug fährt nicht ein, sondern fällt aus. Im Jahr 2017 nahm die Zahl der Zugausfälle um 20 Prozent auf 140.000 zu.

Böse Überraschung auf dem Bahnsteig: Der Zug fährt nicht ein, sondern fällt aus. Im Jahr 2017 nahm die Zahl der Zugausfälle um 20 Prozent auf 140.000 zu.

DPA

Bittere Bilanz bei der Deutschen Bahn: 2017 fielen deutlich mehr Züge aus als im Vorjahr: Im vergangenen Jahn ahm die Zahl um mehr als 20.000 auf 140.000 Zugausfälle zu, wie das Verkehrsministerium auf Anfrage des Grünen-Verkehrsexperten Matthias Gastel mitteilte. Die Regierung räumte demnach erstmals ein, dass ausfallende Züge nicht in die Pünktlichkeitsstatistik der Bahn einbezogen werden. "Die reale Pünktlichkeit der Bahn liegt folglich noch niedriger" als angegeben, kritisierte Gastel. 

Das Verkehrsministerium fragte die Zahlen bei der Deutschen Bahn ab. Demnach fuhren im vergangenen Jahr knapp 43.000 Züge erst gar nicht los - eine Quote von 0,3 Prozent aller Züge. Fast 97.000 Züge verließen demnach zwar ihren Startbahnhof, fielen aber unterwegs aus, eine Quote von 0,7 Prozent.

Das waren deutlich mehr Zugausfälle als 2016 - doch im Jahr 2015 war die Zahl der Ausfälle mit fast 170.000 noch viel höher gewesen, 2014 mit knapp 162.000 ebenfalls.  Die Deutsche Bahn betonte, Zugausfälle seien die "absolute Ausnahme". Die sogenannte Erfüllungsquote aller täglich verkehrenden 24.000 Personenzüge liege im Jahresschnitt bei über 99 Prozent.

Grünen-Verkehrsexperte Gastel fragte auch nach, ob der Anteil ausgefallener Züge bei der Pünktlichkeitsentwicklung im Personenverkehr gewertet oder von der Grundgesamtheit aller planmäßig fahrenden Züge abgezogen werde. Das letztere sei der Fall, erklärte die Bahn. Dies sei bei anderen europäischen Bahnen auch so, sagte ein Sprecher des Unternehmens.


Zum einen sei es schwierig, ein "sinnvolles mathematisches Modell" zu hinterlegen: "Welche Pünktlichkeit ordnet man einem Zug zu, wenn er an einer bestimmten Stelle seiner Fahrt ausfällt?" Zum anderen würde eine Einbeziehung der "wenigen" ausfallenden Züge für die Gesamtpünktlichkeit keine wesentliche statistische Abweichung bedeuten, sagte der Sprecher.

Baustellen und Brandanschläge verhageln die Pünktlichkeitsstatistik

Die Deutsche Bahn weist monatlich und jährlich ihre Pünktlichkeitsentwicklung aus. 2017 waren nur 78,5 Prozent der Züge im Fernverkehr und 94,4 Prozent der Züge im Nahverkehr pünktlich nach Kriterien der Bahn - kamen also weniger als sechs Minuten zu spät an. Grund waren laut Unternehmen eine Rekordzahl an Baustellen, Brandanschläge im Zusammenhang mit dem G20-Gipfel in Hamburg sowie die schweren Herbststürme. Auch die zweimonatige Streckensperrung des wichtigen Rheintal-Korridors führte zu Verspätungen.

Ziel der Bahn ist eine Pünktlichkeitsquote von 80 Prozent im Fernverkehr. Der Sprecher des Unternehmens betonte, die Bahn habe ein "natürliches Interesse" daran, die hohe Erfüllungsquote zu halten. Sie sei erstens wichtig für die Kundenzufriedenheit, zweitens würden ansonsten Zahlungen an die Bahn im Nahverkehr gekürzt, und drittens würden wegen Entschädigungszahlungen an Fahrgäste Erlöse fehlen.

Grünen-Bahnexperte Matthias Gastel nannte die anhaltend hohe und wachsende Zahl von Zügen, die nie am Zielbahnhof ankommen, einen "erneuten Beleg für die autofixierte Verkehrspolitik der großen Koalition". Die Bahn bräuchte eine Investitionsoffensive in die Schiene, sagte er.

Stattdessen gebe es von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) im neuen Bundeshaushalt weniger Geld für die Bahn. "Es kann nicht sein, dass immer mehr Geld in die Straßen fließt, während für die Schiene der Geldhahn abgedreht wird", kritisierte Gastel.

+++ Lesen Sie auch: "Pünktlichkeitsziel aufgegeben - Die Deutsche Bahn bleibt zuverlässig unpünktlich" +++


tib/AFP

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Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.