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Flug Oslo-München: Boeing hat Toilettenprobleme - und die passenden Passagiere zum Reparieren an Bord

Die Boeing 737 des Billigfliegers Norwegian hatte gerade die Reiseflughöhe erreicht, als sich die Crew zur Umkehr entschließt. Der Grund: unbenutzbare Klos. Doch unter den Fluggästen befinden sich 84 Fachleute.

Eine Boeing 737-800 von Norwegian rollt zum Start

Eine Boeing 737-800 von Norwegian rollt zum Start

Zu den Gründen, warum eine Maschine einen Flug abbrechen und zum Ausgangsflughafen zurückkehren muss, gehören neben technischen Problemen zum Beispiel in den Triebwerken oder akute gesundheitliche Schwierigkeiten einzelner Passagiere auch weniger profane Umstände, wie zum Beispiel defekte Toiletten. Sind die stillen Örtchen über den Wolken nicht funktionsfähig, droht die ganz normale Flugreise zum Horrortrip zu werden.

Meist handelt es sich bei diesem Problem um verstopfte Toiletten. Bei der Fluggesellschaft Norwegian Air Shuttle gab es am Wochenende ein solches Ereignis. Normalerweise wäre der morgens gegen 9 Uhr in Oslo gestartete Flug mit der Abkürzung DY1156 zwei Stunden später in München gelandet. Doch da es sich bei der Boeing 737-800 um eine Sparversion für einen Billigflieger mit nur einer Toilette vorne und einer weiteren im Heck der Maschine handelte und beide nicht mehr funktionierten, konnte der Pilot nur noch umkehren - trotz eines großen Abers.

Die Route der Boeing 737 von Norwegian: Nach dem Start in Oslo ging es am Samstag nicht nach München, sondern zurück zum Ausgangsflughafen.

Die Route der Boeing 737 von Norwegian: Nach dem Start in Oslo ging es am Samstag nicht nach München, sondern zurück zum Ausgangsflughafen.


Denn in der 186 Plätze fassenden Maschine befanden sich Passagiere einer besonderen Berufszunft: nämlich 84 Klempner, wie das Portal "aeroinside.com" berichtet. Allein 65 von ihnen gehörten der norwegischen Firma Rørkjøp AS an, einem Sanitär- und Badezimmerausstatter. Nach Angaben der Fluggesellschaft konnten sie jedoch nichts richten. Daher landete der Jet nach 62 Minuten Flugzeit wieder auf dem Flughafen Oslo-Gardermoen, nachdem die Crew zuvor beim Kreisen über Südnorwegen Kerosin abgelassen hatte.

Der Zeitung "Dagbladet" sagte Frank Olsen, der Chef der Sanitärfirma, später, "dass seine Mitarbeiter sehr gerne die Toiletten während des Fluges repariert hätten. Allerdings wäre dafür ein Zugriff von außen erforderlich gewesen. Die Gelegenheit dazu hätten sie jedoch nicht ergriffen, einen ihrer Kollegen rauszuschicken - in 10.000 Metern Höhe."

Wieder am Boden in Oslo kümmerten sich Flugzeugmechaniker vor Ort um die Toiletten und konnten die Probleme lösen. Mit einer Verspätung von dreieinhalb Stunden erreichten dann die Passagiere die bayerische Hauptstadt, inklusive der 84 Klempner 

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tib

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