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Kollision im Landeanflug Vogel reißt Loch in Rumpf und reist als blinder Passagier mit


Zusammenstoß in der Luft mit tödlichen Folgen: Im Landeanflug auf Miami kracht ein riesiger Vogel gegen den Bug eines Airbus und zerfetzt die Radarnase. Dann passiert etwas sehr Seltenes.

"Kommt ein Vogel geflogen", so beginnt ein bekanntes Kinderlied. Doch wenn es sich um einen besonders großen Vogel handelt, der in der Umgebung eines Großflughafens auf Kollisionskurs mit einem Jet unterwegs ist, kann der Text eine ganz andere Wendung nehmen. Statt "Setzt sich nieder auf mein' Fuß", kann es knallen und zu einer Katastrophe kommen, die für das Tier fast immer tödlich endet.

So ein Crash, der in der Fliegersprache "bird strike" genannt wird, ereignete sich vor wenigen Tagen mit einem Flugzeug, das sich im Landeanflug auf den internationalen Flughafen von Miami befand. Der aus Mexico City kommende Flug mit der Nummer 1498 von American Airlines befand sich im sinkenden Gleitflug in Richtung Piste 09, als dem Airbus A319 eine Gans in die Quere kam, wie die Website "Aviation Herald" berichtet.

Es kam zum Zusammenprall - mit ungewöhnlichem Ausgang. Zwar ist Vogelschlag in der Luftfahrt ein weltweit fast tägliches Phänomen, doch durch die Größe des Vogels wurde ein Loch in die Flugzeugnase gerissen, die nicht aus Aluminium, sondern aus Verbundwerkstoffen gefertigt ist und teilweise zersplitterte.

Vom Loch verschluckt

Die Kollision bedeutet in der Regel den Tod der Tiere. Höchst ungewöhnlich ist die Tatsache, dass die getötete Gans in dem Loch steckenblieb und praktisch als blinder Passagier mitflog. Trotz des Zwischenfalls landete das Flugzeug mit der Kennung N902B nach dem zweieinhalbstündigen Flug ohne jegliche Probleme in Miami und rollte zum Gate.

Ein Video zeigt, dass auch nach der Landung weiterhin die beiden Flügel der Gans aus dem Flugzeug ragten. An Bord kam kein Passagier zu Schaden. Für die folgenden elf Stunden blieb die Maschine am Boden. Das Flugzeug wurde ausgiebig untersucht, und der Radarschirm musste ausgetauscht werden.

Eine Mitarbeiterin von American Airlines sagte dem Sender "Local 10 News", dass sie so etwas noch nie gesehen habe.

Er wollte einfach nur runter. Das Flugzeug landen, dessen Pilot neben ihm zusammengebrochen im Gurt hing: Der Engländer John Wildey war 77 Jahre alt, als er zum ersten Mal in seinem Leben versuchte, eine Maschine heil zum Boden zu bringen. Niemand an Bord konnte ihm helfen, die Männer waren allein. Aber Wildey schaffte es, im vierten Anlauf. Zwei Experten leiteten ihn vom Boden über Funk. Das war 2013, und es ist einer der wenigen Fälle, in denen ein gänzlich Unerfahrener heil gelandet ist. Allerdings in diesem Fall mit einer Cessna 172, einem propellergetriebenen Viersitzer. Doch was wäre, wenn einmal in einem modernen Jet die ganze fliegende Besatzung ausfällt? Könnte ein Passagier ein großes Düsenflugzeug zum Flughafen steuern und sicher auf die Piste setzen? So etwas ist noch niemals passiert. Aber unmöglich ist es nicht, sagen Spezialisten. Am besten wäre gerüstet, wer schon am Flugsimulator herumgeflogen ist – nicht, weil sich in einer PC-Version das Steuer besonders realistisch anfühlt, sondern weil der Simulatorpilot weiß, wo die wichtigsten Instrumente im Cockpit sind. Es gilt, das Funkgerät zu nutzen, um Anweisungen zu empfangen. Dann den Autopiloten auf das Ziel zu programmieren und ihn zu aktivieren. Und nach Möglichkeit die Fähigkeit moderner Jets zur automatischen Landung zu nutzen. Den Anflug mit einem schweren, schnellen Flugzeug von Hand präzise auf die Piste zu schaffen, es sicher zu verlangsamen, auf dem Hauptfahrwerk zuerst zu landen und dann die Nase lange hochzuhalten, ist dagegen Übungssache. Viele Unfälle passieren am Boden, weil der gelandete Flieger mit hoher Geschwindigkeit von der Bahn abkommt. Deshalb hofft die Luftfahrtwelt, dass nie ein totaler Laie in die Lage kommt, die Handlandung probieren zu müssen. Unmöglich aber ist es nicht, dass sie oder er es schafft – bei Versuchen im professionellen Flugsimulator haben es einige schon geschafft. Aber auch sie waren zu Hause am PC-Simulator aktiv gewesen. John Wildey jedenfalls gilt seit seiner Cessna-Landung als Held.
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tib

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