Die besten Surfspots in Europa Die perfekten Wellen


Die Surfsaison ist eröffnet, doch wer im Urlaub auf der perfekten Welle surfen will, findet an Nord- und Ostsee weder die lauschige Wärme Hawaiis noch die tosenden Wogen des Pazifiks. Aber es gibt europäische Alternativen. stern.de verrät, welche Strände Anfänger und Profis in Europa ansteuern sollten.
Von Thomas Soltau

Hawaii ist das unumstrittene Mekka der Wellenreiter. Doch der Pazifik ist weit und unerreichbar für ein paar Tage Surfvergnügen. Glücklicherweise gibt es in Europa den ein oder anderen Surfspot, der mit den Bedingungen der Inselgruppe mithalten kann. stern.de stellt die schönsten Strände für Surfer und Wellenreiter vor - von Famara auf Lanzarote bis Klitmøller in Dänemark. Übrigens: Aktuelle Wassertemperaturen und Windstärken finden Sie auf der Wetterseite von stern.de.

Hossegor (Frankreich)

Sicherlich der Vorzeigespot an der französischen Atlantikküste: In Hossegor treffen sich Anfänger, Profis und Poser zur Nabelshow. Bei den richtigen Wetterbedingungen im Herbst türmen sich die Wellen bis zu fünf Meter hoch. Sollte es mal zu heftig werden - die Auswahl an weiteren Spots in der Umgebung ist groß: Biscarosse, Biarritz oder Mimizan verfügen über Traumstrände, an denen unterschiedliche Wellen von Sandbänken geformt werden. Die Beachbreaks brechen etwa 100 Meter vom Strand entfernt über Sand - ein ideales Revier für Anfänger. Da der Strand vor Hossegor steil abfällt, brechen die Wellen hier besonders hohl. Wer konstante und starke Brandung liebt, reist im August und September nach Hossegor - dann liegt die Wassertemperatur immer noch bei über 20 Grad. Im September surfen hier die besten 45 Profis im Rahmen der World Championship Tour (WCT) um den Weltmeistertitel.

Klitmøller (Dänermark)

Wenn Nordsee, dann Klitmøller. Frostbeulen verirren sich eher selten an die raue Festlandküste im hohen Norden, die den Namen "Cold Hawaii" trägt. In der Tat können sich der Ort und seine vielen umliegenden Spots an guten Tagen mit dem Surfmekka messen. Dank direktem Swell (Dünung) aus der Nordsee geht hier in Agger oder Nørre Vorupør immer etwas. Das zieht auch viele Windsurfer an, mit denen man sich die Wellen gelegentlich teilen muss. Da der sandige Spot relativ unkompliziert zu erreichen ist, kann es am Wochenende schon mal eng im Wasser werden. Ende August macht das "Soulfiles Festival" Station in Klitmøller. Bei karibischen Cocktails und Surf-Filmen wird eine große Beachparty gefeiert. Wer nach Klitmøller reist, sollte eines jedoch nicht vergessen: einen dicken Neoprenanzug und warme Klamotten.

Scheveningen (Niederlande)

Konstante und gute Wellen finden Surfer in dem bekannten Seebad eher im Herbst und Winter. Im Sommer bekommt die Küste immer wieder mal einen guten Swell ab - dann stürzen sich alle Surfer ins Wasser, was zu erheblichen Stress führt. Immerhin laufen die Wellen hier besser als auf Sylt, der einzigen ernstzunehmenden Alternative in Deutschland. Im Sommer müssen sich Surfer nicht mit Schwimmern das Revier teilen, da die Gemeinden spezielle Surfzonen errichtet haben. Sollte die See glatt sein, bietet Scheveningen mit seiner drei Kilometer langen Strandpromenade und der 400 Meter lange Pier immer noch genügen Ablenkung.

Newquay, Cornwall (Großbitannien)

Die landschaftlich abwechslungsreiche Gegend im äußersten Südwesten Englands verfügt über einige der besten Spots - und das Klima ist durch den Golfstrom sehr angenehm. An den endlosen Stränden finden Profis anspruchsvolle Reefbreaks, Wellen, die sich an Riffen brechen. Während Anfänger im Weißwasser der Beachbreaks, sich an Sandbänken brechenden Wellen, Spaß finden. Der konstanteste Spot in Newquay trägt den Namen Fistral Beach. Die Wellen brechen in der Regel über Sand, laufen zuweilen aber auch über vereinzelte Steine. In der Newquay Bay gibt es insgesamt drei Sandstrände, die im Sommer von vielen Surfern bevölkert werden. Fortgeschrittene wagen sich an "The Cribber" heran, ein Reefbreak nördlich vom Fistral Beach. Unter günstigen Bedingungen bauen sich an diesem Big Wave Spot Fünf-Meter-Monster auf. Anfang August findet in Newquay das größte europäische Surffestival mit über 200.000 Zuschauern statt.

Mundaka (Spanien)

Nach Ausbaggerungen am Fluss Oka war sie für drei Jahre verschwunden, und mit ihr die Touristen: Mundaka, eine der berühmtesten Wellen Europas am Golf von Biskaya gelegen. Mittlerweile rollt sie wieder. Im Oktober pilgern Wellenreiter in das baskische Dorf. Der beste Blick auf die Welle bietet sich von der Kirche am Hafen. Die Welle läuft meist im Frühjahr und Herbst. Wer sein Board nicht perfekt beherrscht und keine Selbstmordgedanken hegt, schaut lieber aus sicherer Entfernung zu. Auf der gegenüberliegenden Seite der Flussmündung gibt es noch einen Beachbreak, der auch für ungeübte Fahrer interessant ist.

Peniche (Portugal)

Peniche ist der größte Fischereihafen Portugals und ein Surfmekka. Die Halbinsel im Nordwesten Portugals bietet fast immer ideale Bedingungen für jeden Surfer. Der bekannteste Spot heißt Supertubos und liegt südlich von Peniche. Die schnellen Wellen bilden bei Süd- oder Nordswell eine sogenannte "Tube". Das ist ein Wellentunnel, durch den der Surfer fährt. Das Besondere: Supertubos bricht sehr nah am Ufer und in seichtem Wasser, direkt vor einer Strandbar. Weitere Spots befinden sich zwischen Mohle Leste und Supertubos. Hier findet man viele Spaß-Wellen für Anfänger. Wer die hohe Kunst des Wellenreitens erst erlernen will, kann unter ungezählten Surf-Schulen auf Peniche wählen. Obwohl es im Sommer recht warm werden kann, benötigt man für das 16 Grad kalte Wasser unbedingt einen Neoprenanzug.

Lanzarote (Spanien)

Auf der nördlichsten Insel der Kanaren lässt sich das ganze Jahr über surfen. Besonders geschätzt wird Lanzarote jedoch als Winterquartier - selbst im Februar tanzt man bei angenehmen Temperaturen auf den Wellen. Nicht umsonst wird das Eiland auch als Hawaii Europas bezeichnet, was an den vielfältigen Spots für Anfänger und Profis liegt. Entgegen den Vermutungen gibt es auf der Vulkaninsel fast überall auch sandige Beachbreaks. Anfängern etwa empfiehlt sich der Strand bei Famara mit seiner breiten Bucht. Hier liegen auch die meisten Surfschulen. Profis versuchen sich wenige Kilometer weiter bei La Santa. Hier brechen gleich mehrere Weltklassewellen auf Riffe. Freilich nur geeignet für mutige Top-Surfer.

Deutsche Alternativen

Die stehende Welle im Münchner Eisbach erscheint mickrig, erfordert aber Geschick und Balance. Das Baden in dem kleinen Nebenarm der Isar ist verboten, daher das Surfen zumindest nicht offiziell erlaubt, zumal das sogenannte Riversurfing nicht ungefährlich ist. Kein Revier für Anfänger.

Wenn es draußen schneit und keine Wellen in Sicht sind, bleibt ja immer noch die Möglichkeit, in der Halle zu surfen. Im Gegensatz zu Wavepools in Übersee bieten sogenannte Flowrider nicht ganz den authentischen Kick. Bei der "stehenden Welle" schießt mit hoher Geschwindigkeit ein Wasserfilm über eine wellenförmige Fläche. Der Wasserfilm ist zwar dünn, trotzdem gelingt es selbst Ungeübten relativ schnell auf dem speziell entwickelten Bodyboard die Balance zu halten. Nur hinfallen sollte man nicht, sonst landet der Surfer auf dem harten Boden unter dem Wasserfilm. Hat einen der Ehrgeiz gepackt, folgen schnell die ersten Carvingversuche und Kunststücke bis hin zur höchsten Perfektion - dem Flowboarding im Stehen. In Deutschland gibt es im Norden und Süden zwei Anlagen: Eine steht in Bad Tölz im Alpamare, die andere in Borkum im Gezeitenland.


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