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Zwischenfall in Atlanta Kurz vor dem Start: Hund beißt Passagier blutig

Der Zwischenfall mit dem Hund ereignete sich am Pfingstsonntag an Bord einer Maschine von Delta Air Lines.
Der Zwischenfall mit dem Hund ereignete sich am Pfingstsonntag an Bord einer Maschine von Delta Air Lines.
© Picture Alliance/Primeimages/Getty Images
Der Jet von Delta Air Lines für den Flug nach San Diego war startbereit. Doch plötzlich attackiert ein Begleithund einen Fluggast in derselben Sitzreihe so heftig im Gesicht, dass dieser blutverschmiert in ein Krankenhaus eingeliefert werden muss.

Ein bewährtes Mittel gegen Flugangst sind Tiere. So gibt es an einigen Flughäfen in den Vereinigten Staaten eine "Wedel-Brigade": Flughafenangestellte ziehen mit den Hunden von Gate zu Gate, die aufgeregte Passagiere vor dem Boarding zu Streicheleinheiten animieren sollen. In San Francisco gibt es sogar das Minischwein LiLou in lustigen Kostümen, das für Aufsehen und Ablenkung sorgt.

Doch die Szene, die sich am vergangenen Sonntag am Flughafen von Atlanta abspielte, war alles andere als beruhigend. Statt eines gut gelaunten Therapiehundes, den Fluggäste mit in die Kabine nehmen dürfen, kam ein Vierbeiner mit seinem Herrchen an Bord einer Boeing 737 von Delta Air Lines, der die Fluggäste aufmischte.

Nach Angaben der News-Seite "AJC.com" wurde ein Passagier aus Daphe im Bundesstaat Alabama, der mit dem Flug DL1430 auf dem Weg von Atlanta nach San Diego reisen wollte, von dem Hund eines neben ihm sitzenden Passagiers plötzlich angegriffen, noch bevor die Maschine zum Start rollte.

Nächstes Mal Flug nur mit Maulkorb

Gleich mehrfach biss der über 20 Kilogramm schwere Labrador-Mischling den Reisenden. "Das Gesicht des Gentleman war blutverschmiert, er hatte Blut in den Augen, an Wangen, Nase und Mund. Sein Hemd war voller Blut", sagte ein Mitreisender dem Sender "Fox 5 News".

Daraufhin musste das Opfer nicht nur medizinisch betreut, sondern gleich in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Die Fluggesellschaft bestätigte den Zwischenfall. "Der Kunde, der gebissen wurde, wurde aus dem Flugzeug entfernt, um ärztliche Hilfe zu erhalten. Örtliche Sicherheitskräfte klärten die Situation. Der Hund und sein Besitzer verließen das Flugzeug und wurden auf einen späteren Flug umgebucht. Allerdings musste der Hund in einem Käfig im Frachtraum fliegen."

Augenzeugen berichten, dass es sich bei dem Hundehalter um einen Kriegsveteranen handelte. Er gehörte demnach zu jenem Personenkreis, dem es aufgrund des Air Carrier Act aus dem Jahre 1986 gestattet ist, Haustiere mit an Bord zu nehmen - zur "emotionalen Unterstützung".

Doch der Tiertransport in der Kabine ist in den Staaten umstritten. Gutmütige Blindenhunde stoßen meist auf Verständnis. Anders sieht es bei schon bei Katzen aus, da andere Passagiere, die zum Beispiel unter Allergien leiden, sich gestört fühlen können.

Und wie sieht es mit ungewöhnlichen Tieren wie Ratten, Spinnen oder Schlangen aus? Den Flugbegleitern sind leider die Hände gebunden. Denn die "emotionale Unterstützung" dürfen sie den Passagieren gegenüber nicht in Frage stellen: Sie könnten sonst von Frauchen oder Herrchen wegen Diskriminierung auf Schadensersatz verklagt werden.

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tib

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