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Flugboote : Boeing 314 Clipper - So luxuriös waren Flugreisen früher

Speisesalons, Schlafkabinen und Rauchersessel – manche Airlines wollen derartigen Komfort ihrer wohlhabenden Klientel wieder anbieten. Aber an den Luxus, der vor dem Zweiten Weltkrieg über den Wolken herrschte, kommen sie nicht heran. 

Die Passagiere betraten das Flugboot von einem Pier aus.

Die Passagiere betraten das Flugboot von einem Pier aus.

Luftreisen gab es schon in den 20er und auch in den frühen 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Bloß waren die Maschinen zu klein, um wirklichen Komfort zu bieten. Im Mittelgang musste die Stewardess den Kopf einziehen. Eine der großen Errungenschaften der deutschen Junkers Ju-52 galt den Piloten: Sie mussten nicht länger im Freien sitzen.

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Historische Flugzeuge: Boeing 314 Clipper - ein Palast der Lüfte
Eine Flugboot benötigt keine befestigte Bahn. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es genügend Flugplätze mit Start- und Landebahnen.

Eine Flugboot benötigt keine befestigte Bahn. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es genügend Flugplätze mit Start- und Landebahnen.

 Echten Luxus gab es nur in zwei besonderen Typen von Luftfahrzeugen. Das eine waren die Zeppeline – wegen des Auftriebs durch Gas musste beim Bau sehr auf das Gewicht geachtet werden, doch Raum war in verschwenderische Fülle vorhanden. Doch nach dem Brand der Hindenburg kam es zum Ende der Flugreisen per Luftschiff.

Die größten Flugzeuge ihrer Zeit

Weniger bekannt ist die große Ära der Flugboote in dieser Zeit. Es waren Flugzeuge, die auf dem Wasser landen und starten konnten. Sie konnten wachsen, denn für sie benötigte man keine riesigen Landebahnen und es gab auch keine Gewichtsprobleme mit dem Fahrgestell.

Zu den schönsten Flugbooten gehörten die Boeing 314 Clipper, die von der Glenn L Martin Company und Boeing gebaut wurden. Sie brachten 74 Reisende über den Atlantik und über den Pazifk. Stecken, die zuvor nur per Schiff überwunden werden konnten. Reisen, die vorher Wochen gedauert hatten, ließen sich nun in ein bis zwei Tagen absolvieren.

Pan Am startete am 28. Juni 1939 den Passagier-Linienflugverkehr über den Atlantik. Die Route verlief von Long Island über die Azoren und Lissabon bis nach Marseille. Die Clipper konnten bis zu 320 km/h schnell werden, ihre Reichweite lag bei 5400 Kilometern.

Billigflieger waren es allerdings nicht. Der Flug von New York nach Southampton kostete 675 US-Dollar, das entspricht heute ungefähr 11.700 US-Dollar. Eine Schiffsreise Erster Klasse wäre allerdings kaum billiger gewesen. Für den hohen Preis wurden die Passagiere während des Fluges auch wie in einem Luxushotel umsorgt.

Ende einer Übergangstechnik

Mit dem zweiten Weltkrieg endete die goldene Zeit der Flugboote. Schon zu Beginn wurden die Flugboote eingezogen und dem Militär zugeteilt. Nach 1945 war die Ära der großen, aber auch langsamen Brummer zu Ende.

Schon zuvor gab es landgestützte Passagierflugzeuge wie die legendäre Focke-Wulf Fw 200 "Condor", die für Fernflüge geeignet waren. Die Fortschritte in der Entwicklung von schweren Bombern kamen auch der zivilen Luftfahrt zurück. Nach dem Krieg wurden die Clipper vom Militär an die zivile Pan Am zurückgegeben, doch sie wurden schnell von Typen wie der Douglas DC-4 und der Lockheed Constellation verdrängt. Schon 1946 wurde die Clipper aus dem Linienverkehr genommen.