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Vereinigte Arabische Emirate Reiseverbot: Emirate untersagen ungeimpften Bürgern alle Auslandreisen

Einheimische vor der Skyline von Dubai mit dem Burj Khalifa
Einheimische vor der Skyline von Dubai mit dem Burj Khalifa
© Guiseppe Cacace
Auch in Dubai steigen die Inzidenzen rasant: Prominente müssen wegen Covid-19-Infektionen ihren Urlaub in Quarantäne verlängern und Fußballprofis ihre Trainingslager absagen. Für Einheimische verschärft die Regierung die Ausreisebedingungen drastisch – sogar für doppelt Geimpfte.

Die Vereinigten Arabische Emirate gelten nach Israel als das Land mit der zweitschnellsten und effizientesten Impfkampagne. Sie haben ihren Bewohnern nicht nur ein Impfangebot gemacht, sondern schon Anfang Dezember 2021 galten mehr als 90 Prozent der Bevölkerung als zweimal geimpft. Ein Drittel der Bevölkerung hat inzwischen auch eine Auffrischungsimpfung erhalten.

Noch vor wenigen Wochen war alles gut. Die Behörden meldeten zwischen Mitte Oktober und Mitte November eine Sieben-Tage-Inzidenz von unter 10 pro 100.000 Einwohnern. Doch seit Weihnachten steigen die Infektionszahlen täglich um 20 Prozent. Wie sehr sich die Lage zuspitzt, zeigt die Ankündigung des National Emergency Crisis and Disaster Management Authority (NCEMA) aus der Hauptstadt Abu Dhabi.

Die Meldung auf Twitter ist ein Paukenschlag: "Das Reiseverbot für Bürger der VAE, die nicht mit einem Covid-19-Vakzin geimpft sind, beginnt am 10. Januar 2022, verbunden mit der Aufforderung, die Auffrischungsdosis für vollständig Geimpfte zu erhalten." Medizinische Ausnahmefälle werden jedoch berücksichtigt und sind ausdrücklich von den verschärften Bestimmungen ausgenommen, wenn Personen zum Beispiel zu einer ärztlichen Behandlung ins Ausland fliegen müssen.

Einschränkungen in der Hochsaison

Defacto bedeutet die Maßnahme für Ungeimpfte und ebenso für doppelt Geimpfte ein Reiseverbot. Letzte Personengruppe muss sich boostern lassen – ohne Nachweis gibt es keine Ausreise. Der radikale Einschnitt ist nicht nur vor dem Hintergrund zu sehen, die eigene Bevölkerung auf Auslandsreisen und bei der Rückkehr zu schützen und die Ausbreitung der Omikron-Variante zu verlangsamen, sondern die Emirate sollen mit dem Touristenmagnet Dubai als Reiseziel weiterhin attraktiv bleiben.

Denn in den Wintermonaten herrscht in Dubai bei milden Temperaturen Hochsaison. Für viele Sonnenhungrige stellen die Emirate bei einem nur etwas länger dauernden Flug eine Alternative für den Ferientrip auf die Kanarischen Inseln dar. Allen voran für Influencer und Fußballspieler. Doch die Meldungen, dass sich Kicker wie Kevin Mbabu vom VfL Wolfsburg oder Dan-Axel Zagadou vom BVB an ihrem Urlaubsort in Dubai wegen einer Corona-Infektion in die Isolation begeben müssen, häufen sich.

Hinzukommen fast täglich Mitteilungen von Reedereien, die ihre Kreuzfahrten zu Zielen im Persischen Golf wegen Covid-19-Infektionen an Bord vorzeitig in Dubai beenden, unterbrechen oder absagen müssen.

Für Besucher ist Dubai in diesem Winter durch die Expo Dubai 2020 besonders attraktiv. Wegen Corona wurde die sechs Monate dauernde Weltausstellung erst ein Jahr später im Oktober 2021 eröffnet. Doch schon jetzt zeichnet sich ab, dass das Ziel von 25 Millionen Besuchern nicht erreicht werden kann. Mit der Hälfte ist zu rechnen, und der Anteil von Besuchern aus dem Ausland dürfte durch die aktuelle Corona-Entwicklung eher noch stärker abnehmen.

Dabei ist die Expo ein wichtiger Meilenstein, der die Aufmerksamkeit der Welt auf das Emirat lenken und den Tourismus wieder ankurbeln soll. Im ersten Corona-Jahr gingen die internationalen Besucherzahlen von 16,7 (2019) auf 5,51 Millionen zurück.

Die Mannschaft des FC Basel zog am Montag die Reißleine: Die Fußballspieler waren inklusive der 60-köpfigen Delegation bereits am Flughafen Zürich, um für ihren Flug ins Trainingslager nach Dubai einzuchecken, als in letzter Minute die Klubführung die Reise absagte.  

"Die allgemeine Pandemie-Entwicklung der vergangenen Tage – und auch ein zuletzt sehr starker Anstieg der Fälle in den Vereinigten Arabischen Emiraten – stellen aus Sicht des FCB für den Moment eine zu große Unsicherheit in Bezug auf ein gutes und geordnetes Trainingslager dar", hieß es zur Begründung der kurzfristigen Entscheidung.

Quellen: www.ncema.gov.aewww.mofaic.gov.aewww.uae-embassy.dewww.emirates.com/dehttps://english.alarabiya.net

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