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Flug von Dubai nach Manila Kurz pressen und zurück auf den Sitzplatz: Sturzgeburt im Billigflieger

Foto von Mutter und Baby
Foto von Mutter und Baby
© Missy Berberabe Umandal auf Facebook
Auf dem Flug von Dubai nach Manila setzten bei einer schwangeren Passagierin plötzlich die Wehen ein. In 11.000 Metern Höhe wurde der Airbus zum Kreißsaal. Das frisch geborene Baby hat von der Airline ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk erhalten

Ein Flug von Dubai nach Manila dauert in der Regel neun Stunden. Doch die Flugzeit einer Maschine der philippinischen Airline Cebu Pacific war vor wenigen Tagen mehr als doppelt so lang.

Der Grund für die ungewöhnlich lange Reise: Unter den Passagieren des Nachtfluges mit der Nummer 5J15 war auch eine Asiatin, bei der ungefähr fünf Stunden nach dem Start die Wehen einsetzten, wie Mia Carla Soniza auf ihrer Facebook-Seite Missy Berberabe Umandal berichtet. Dabei war der Stichtag für die Geburt erst für Oktober berechnet worden.

Airbus mit engster Bestuhlung

Wie die Mitreisende beschreibt, fragten die Flugbegleiter per Lautsprecherdurchsage sofort nach Medizinern unter den Fluggästen. Zwei Krankenschwestern waren an Bord des Airbus A330-300, der bei Cebu Air für 436 Passagiere ausgelegt ist – eine Maximalbestuhlung mit mehr Sitzen als bei jeder anderen Airline, da ein Sitz mehr pro Reihe ausgewiesen und auf eine Business- und First Class verzichtet wird.

Die werdende Mutter wurde in eine der vorderen Sitzreihen umgesetzt und erhielt von den Krankenschwestern und dem Personal Unterstützung. "Wir hörten einen halblauten Schrei, und einige Sekunden später vernahmen wir ein zartes, niedliches Kreischen. Das war der Moment, als wir wussten: Das Baby ist geboren", schreibt Soniza auf Facebook. "Zum Glück musste sie nur einmal pressen. Ein Moment später stand die Frau auf und kam zu ihrem Platz zurück, mit dem Neugeborenen im Arm."

Die Mitpassagierin, die in derselben Reihe wie die Mutter saß, hat sogar ein Foto auf Facebook gepostet, das die beiden zeigt. Die Flugbegleiter hatten das Baby bereits mit Mineralwasser gesäubert, andere Eltern sollen spontan Babykleidung gespendet haben.

Außerplanmäßige Landung in Indien

Der Flugkapitän ging auf Nummer sicher und entschloss sich zu einer außerplanmäßigen Zwischenlandung in Indien. In Hyderabad wurden die Mutter und ihr Baby noch am Flughafen ärztlich betreut und anschließen in die Neugeborenenabteilung eines Krankenhauses eingeliefert, wie die indische Newsseite "NDTV" berichtet.

Die übrigen Passagiere erreichten mit neun Stunden Verspätung ihr Ziel Manila. Niemand habe sich über die Verzögerung der Fluges aufgeregt. Für die Beförderung von Schwangeren gibt es unterschiedliche Regelungen. Die International Air Transport Association (IATA) rät von einem Transport vier Wochen vor dem errechneten Geburtstermin ab, einige Fluglinien bereits ab der 28. Schwangerschaftswoche.

Die Billigfluglinie Cebu Pacific hat dem Frühchen, das über den Wolken geboren wurde, eine Million Bonuspunkte ihres Vielfliegerprogramms geschenkt. Das dürfte angeblich ein Leben lang für Gratisflüge reichen, schreibt Soniza.

tib

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